Ueber Kant's Widerlegung des Idealismus von Berkeley.
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schiedenheit fallen zu lassen, entweder zu Gunsten der denkenden
oder der ausgedehnten, oder einer dritten Substanz, die
keines von beiden ist. Spiritualismus, Materialismus und Spinozismus
sind die drei daraus entspringenden metaphysischen
Grundansichten, deren gemeinsamer Charakter, dem Dualismus
gegenüber, qualitativer Monismus ist.
Dass von diesen in England neben dem vorherrschenden
Einflüsse der Physik, welche am Plofe, ja in König Karl II.
persönliche Liebhaber zählte, der Materialismus zuerst Boden
fasste, ist nicht zu verwundern. Die Bacon’sche Lehre, dass
alle Erkenntniss aus den Sinnen stamme, hatte dem Hobbes’schen
Satze, dass, was durch die Sinne erkannt werde, Körper sei,
reichlich vorgearbeitet. Dass alles, was ist, das wahrnehmende
Subject, die Seele selbst eingeschlossen, nur Körper, natürlicher
oder künstlicher, sein könne, war die folgerichtige Consequenz
aus beiden obigen Sätzen. Der naive Selbstbetrug, der
in der unbefangenen Voraussetzung mitunterlief, dass das Object
der sinnlichen Wahrnehmung ausser der letzteren an sich
nicht nur sei, sondern s o sei, wie es wahrgenommen werde,
blieb so lange unentdeckt, bis Locke bemerkte, dass die sogenannten
secundären Eigenschaften der Körper: Farbe, Geruch,
Geschmack u. s. w., nicht sowohl von diesen als von der Beschaffenheit
der wahrnehmenden Sinnesorgane gemacht würden.
Dass wir ohne Auge keine Farben sehen, ohne Ohr keinen
Schall hören würden, war eine Einsicht von so einleuchtender
Wahrheit, dass sie sofort zum Axiom erhoben wurde. Dieselbe
konnte darin nur erreicht, aber nicht übertroffen werden von
der sofort folgenden weiteren, dass auch die sogenannten primären
Eigenschaften der Körperwelt: Ausdehnung und Gestalt,
also räumliche Bestimmtheit, nicht unmittelbar wahr geil
o m men, also nicht erkannt, sondern als innere Vorgänge
auf das, was aussen ist, vom Subject übertragen würden.
Von der objectiven Welt der mit primären und secundären
Eigenschaften ausgestatteten Dinge, blieb in dessen Folge
nichts, als die nach Abzug aller primären und secundären
Qualitäten nackt ausgezogene Substanz, die Trägerin der
Eigenschaften, ein seinem eigenen Wesen nach dem Subject
durchaus unbekannt bleibendes X oder Ding an sich, von dem
weder Farbe noch Klang, Geruch, Geschmack, Härte, Weich-