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für ihn hat sie Kant gar nicht bestimmt. Dem Geschichtschreiber
Kant’s ist hier ein kleines Versehen begegnet, das der Verfolg
unserer Darstellung auf hellen wird. Diese hat den Zweck, das
Urtheil Kant’s über den speciellen Idealismus Berkeley’s klarzustellen
und darzuthun, inwiefern derselbe durch jenes getroffen
werde oder nicht.
Dabei wird sich zeigen, dass der Idealismus Kant’s demjenigen
des Engländers näherstand als irgend einer, ja dass er
in seinem wesentlichsten Punkte gar nicht von demselben verschieden
war; zugleich aber auch, dass Kant von der Lehre
Berkeley’s eine ganz unrichtige Vorstellung besass, und die von
ihm als angeblich Berkeley’s bestrittenen Argumentationen
diesem gar nicht angehören.
Der Idealismus Berkeley’s steht unter seinen Landsleuten
und Zeitgenossen vereinzelt da. Eine Lehre, welche die Realität
der Körperwelt leugnet, in einem Lande und in einem
Zeitalter, dessen erfolgreichste Anstrengungen auf die Erkenntniss
und Beherrschung der materiellen Dinge gerichtet sind, kann
kein anderes Loos haben. Solchen muss eine Lehre, welche wie
der Materialismus weder an der Realität noch der Erkennbarkeit
der materiellen Körperwelt den mindesten Zweifel hegt,
und selbst die den physikalischen heterogensten Vorgänge, die
Empfindungen, als blosse Bewegungen der Hirntheile betrachtet,
natürlicherweise die willkommenste sein, weil sie in ihre auf
materielle Zwecke durch materielle Mittel gerichteten Bestrebungen
die schwer entbehrliche Einheit bringt. Eine Lehre, die,
wie der Cartesianismus, Geist und Materie als qualitativ unterschiedene
Substanzen trennt, scheint dadurch zwar den Eindruck
der unmittelbaren Beobachtung, die uns Geistiges und
Körperliches mit verschiedenen Eigenschaften, jenes als Empfindung,
dieses als Bewegung zeigt, näher zu stehen. Aber sie
reisst nicht nur die eng verbunden scheinende Erfahrungswelt,
das menschliche Wesen voran, in zwei toto genere entgegengesetzte
Wesenreiche auseinander, sondern sie verwickelt die Frage,
wie diese demungeachtet für einander zugänglich bleiben oder
gemacht werden sollen, in die äussersten Schwierigkeiten. Will
man nicht zu der Unbegreiflichkeit einer göttlichen Assistenz
oder zu der Unwürdigkeit gelegentlicher Ursachen seine Zuflucht
nehmen, so bleibt nichts übrig, als jene qualitative Ver-