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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Geisterglaube  in  dem  alten  China.

fl  97

Krankheit  befallen  und  starb.  In  fünf  Tagen  ward  er  wieder
lebendig.  Er  erzählte,  er  habe  eine  Federnfahne  ergriffen  und
sei  an  der  Spitze  von  Kriegsmännern  gestanden.  Er  sei  im
Begriffe  gewesen,  sich  nach  Fung-lai,  zu  dem  Kuen-lün,  zu  den
gehäuften  Steinen,  zu  dem  grossen  inneren  Hause,  dem  Heng,
Lu,  Hung  und  anderen  Bergen  zu  begeben.  Da  habe  man  ihn
fortgeschickt  und  er  sei  heimgekehrt.
Die  von  Kö-hung  verfassten  Ueberlieferungen  von  göttlichen ­
  Unsterblichen  sagen:
Sse-si  erkrankte  einst  und  starb.  Der  unsterbliche  Mensch
Tung-fung  gab  ihm  eine  Kugel  Arznei  und  brachte  sie  ihm
mit  Wasser  in  den  Mund.  Er  hielt  sein  Haupt,  bewegte  es
und  liess  die  Kugel  zergehen.  Beim  Verzehren  öffnete  Jener
die  Augen,  bewegte  die  Hand,  und  sein  Aussehen  war,  wie  es
früher  gewesen.  Nach  und  nach  erholte  er  sich.  In  einem
halben  Tage  war  er  fähig,  aufzustehen  und  zu  sitzen.  Nach
vier  Tagen  war  er  im  Stande,  zu  sprechen.  Hierauf  befand
er  sich  wieder  wie  gewöhnlich.
Die  Geschichte  des  Suchens  der  Götter  sagt:
In  dem  Zeitalter  des  Kaisers  Wu  von  Tsin  lebten  in  der
Provinz  Ho-kicn  ein  junger  Mann  und  ein  Mädchen.  Dieselben
fanden  an  einander  Gefallen,  und  man  erlaubte  ihnen,  sich  zu
verbinden.  Da  folgte  der  junge  Mann  dem  Kriegsheere.  Nach
Jahren  verbanden  die  Aeltern  ihre  Tochter  mit  einem  Menschen.
Es  währte  nicht  lange,  so  starb  sie  aus  Kränkung.  Der  junge
Mann  kehrte  zurück  und  empfand  tiefen  Schmerz.  Er  ging
zu  dom  Grabhügel  und  wollte  um  sie  wehklagen.  Er  war  nur
äusserst  traurig  und  seiner  Gefühle  nicht  Meister.  Er  durchbrach ­
  den  Grabhügel  und  öffnete  den  Sarg.  In  diesem  Augenblicke ­
  ward  sie  lebendig.  Er  nahm  sie  auf  den  Rücken  und
trug  sie  nach  Hause.  Daselbst  pflegte  er  sie  durch  mehrere
Tage,  und  sie  ward  wieder  hergestellt.  Ihr  Mann  ging  hin
und  begehrte  sie.  Jener  Mensch  gab  sie  nicht  zurück  und
sagte:  Dein  Weib  ist  gestorben.  Hat  man  in  der  Welt  gehört,
dass  ein  Todter  wieder  lebendig  wird  ?  Diese  hat  mir  der  Himmel ­
  geschenkt,  es  ist  nicht  dein  Weib.  —  Hierauf  führten  sie
gegen  einander  Klage.  In  der  Provinz  und  in  dem  Districte
konnte  man  die  Sache  nicht  entscheiden,  und  man  brachte  sie
vor  den  Beruhiger  des  Vorhofes.  Dieser  erstattete  folgenden
            
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