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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

64  Schulte.
nui'  diesen  älteren.  Sarti 1  weist  urkundlich  einen  zweiten
Johannes  Hispanus  mit  dem  Beinamen  de  Petesella  nach,
der  mag-ister  genannt  wird  und  1223  bei  dem  Compromiss
mit  Tancred  und  Petrus  Hispanus  intervenirt,  vermuthet  auch,
derselbe  sei  Professor  des  canonischen  Rechts  gewesen.  Savioli 2
führt  an,  dieser  Johannes  Hispanus  sei  von  Bologna  nach  Padua ­
  gegangen.  Diese  Angabe  führt  auf  das  Wahre  und  stimmt,
wie  sich  zeigen  wird,  ganz  mit  dem  Werke  überein.  Wir  linden ­
  nun  auch  in  der  That  unsern  Johannes  zu  Padua,  wo  er
am  27.  März  1229  zugleich  mit  Jacob  von  Piacenza  und  anderen
ein  Gutachten  abgab. 3
Ich  glaube  nun  aus  dem  Werke  selbst  beweisen  zu  können, ­
  dass  sein  Autor  erstens  aus  Compostella 4  stammt,  zweitens
1  I.  pag.  289.  ,Huno  (den  älteren)  recte  Diplovataccius  seribit  vixisse  cum
Rutino,  Silvestro,  Joanne  Faventino,  aliisque  antiquioribus  Decretorum
interpretibus.  Floruit  igitur  deeurrente  XII.  saeculo,  nec  XIII.  attigisse
videtur:  cuius  circiter  anno  XX.  Bononiae  degebat  Magister  Joannes
Hispanus,  alter  a  superiore,  de  Petesella  vocatus.  Atque  hunc
etiam  existimo  canonum  professorem  fuisse.  Interfuit  hic  anno  MCCXXIII.
cum  Taniredo  Aroliidiacono  Bononiensi,  et  Mag.  Petro  Hispano,  aliisque
viris  clarissimis,  cuidam  compromisso,  de  quo  in  tabulis  Monachorum  S:
Stepliani,  nunc  Senatus  Bononiensis.  (f).‘  Die  Note  f  lautet:  ,An.  MCCXXIII.
die  ult.  exeunt.  Mart,  indict.  XI  presentibus  Mag.  Tancredo  Canon.
Bonon.  Mag.  Petro  Hispano  magistro  Decretorum.  Mag.  Jo  anno  Hispano ­
  de  Petesella“  etc.  Seraf.  Mazzetti  Repertorio  di  tutti  i  Professori..
  .  di  Bologna.  Bol.  1847  pag.  155  schreibt  trotzdem,  Sarti  setze
ihn  in  die  Zeiten  des  altern,  citirt  aber  die  Seite  bei  Sarti  richtig!  Den
Beinamen  schreibt  er  Retesella.
2  Annali  Bolognesi  vol.  III.  p.  I.  pag.  14.  Heber  die  Bedeutung  dieses
Werkes  vgl.  v.  Savigny  III.  S.  138.
3  Franc.  Maria  Colle  Storia  scientifico-letteraria  dello  Studio  di  Padova.
Pad.  4».  Vol.  III.  (1825)  pag.  7.  Bei  Verci  Storia  della  Marca  Tom  III.
pag.  09.,  wie  Colle  schon  anführt,  erscheint  ein  Johannes  Hispanus  1261
als  Professor  des  canonischen  Rechts  zu  Vicenza.  Ob  Beide  identisch  seien,
überlässt  Colle  fremder  Forschung.
4  Ich  will  dabei  ganz  davon  abstrahiren,  dass  Compostellanus  als  Schreibfehler ­
  für  Ulixbonensis  anzunehmen  unmöglich  ist.  Dies  hält  Sarti  für
möglich,  weil  er  das  Werk,  von  dem  er  gewiss  nur  die  Vorrede  gelesen,
Joh.  de  Deo  glaubt  beilegen  zu  dürfen.  Dass  Savigny  V.  S.  467.  d.
Compostellanus  als  Beiwort  für  Joh.  de  Deo  erklären  zu  können,
glaubt  aus  folgenden  Argumenten:  Hispanus  habe  er  sich  nennen  können,
theils  weil  dies  jeden  Eingebornen  der.  pyrenäisclien  Halbinsel  bezeichne,
theils  weil  der  Besitz  von  Allgarbien  im  13.  Jalirh.  zwischen  Spanien  und
            
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