Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Geisterglaube  in  dem  alten  China.

691

scherzte  und  sang:  In  Reihen  fortlaufend  die  Wicke,  die  aufsteigende ­
  Schminkhohne!  Einmal  langsam  und  wieder  einmal
langsam!  Willst  du  wissen  meinen  G-eschlechtsnamen?  Mein
Geschlechtsname  ist  Tschin,  mein  Name  O-teng.  —  Als  der-Morgen
  kam,  befand  sich  ausserhalb  der  östlichen  Vorstadt  in
einer  Bude  eine  Mutter,  welche  Speisen  verkaufte.  Dieser
Mensch  setzte  sich  zu  ihr  hin  und  erzählte  ihr  dabei,  was  er
in  der  vergangenen  Nacht  gesehen.  Als  die  Mutter  den  Namen
O-teng  hörte,  erschrack  sie  und  sprach:  Dieses  ist  meine  Tochter. ­
  Sie  wurde  unlängst  ausserhalb  der  Vorstadt  begraben.

Schi-tü  war  Beaufsichtiger  von  Tsin-yang  und  im  Stande,
mit  Worten  zu  erörtern.  Er  hatte  einen  Schüler,  der  ebenfalls
geordnete  Gedanken  besass.  Derselbe  erfasste  einst  als  Gegenstand ­
  der  Erörterung,  dass  es  keine  Dämonen  gebe.  Plötzlich
erschien  ein  Mensch,  der  ein  schwarzes  Kleid  mit  weissen
Aermeln  trug.  Als  die  Rede  auf  die  Dämonen  kam,  gab  ihm
der  Gast  Unrecht  und  sprach:  Ich  bin  gleich  ein  Dämon.
Warum  sagst  du,  dass  es  keine  gebe.  Man  hiess  mich  kommen,
damit  ich  dich  wegnehme.  —  Dem  Schüler  ward  übel  zu  Muthe,
und  er  ersuchte  ihn.  Der  Dämon  fragte:  Ist  Jemand,  der  dir
ähnlich  sieht?  —  Der  Schüler  sagte:  Schi-tü,  der  unter  dem  Zelte
befindliche  Beaufsichtiger  der  Hauptstadt,  siöht  mir  ähnlich.  —
Der  Dämon  Hess  es  gelten.  In  einem  Augenblicke  war  der
Beaufsichtiger  todt.
Der  Wald  der  Worte  sagt:
Tsung-tai  war  stechender  Vermerker  von  Tsing-tscheu.
Er  veröffentlichte  Erörterungen,  in  denen  er  sagte,  dass  cs
keine  Dämonen  gebe.  Dieselben  waren  sehr  geistreich,  und
Niemand  konnte  ihm  Unrecht  geben.  Später  begab  sich  ein
Schüler  der  Schrift  zu  Tai.  Im  Gespräche  kamen  sie  zunächst
auf  die  Erörterungen,  in  welchen  gesagt  wird,  dass  es  keine
Dämonen  gebe.  Der  Schüler  der  Schrift  wischte  die  Kleider
ab  und  entfernte  sich.  Dabei  sprach  er:  Du  hast  unterbrochen
unsere  Speisung  mit  Blut  durch  zwanzig  Jahre.  Weil  du  grüne
Rinder  und  bärtige  Sclaven  besitzest,  durften  wir  dich  noch
nicht  elend  machen.  Jetzt  aber  sind  die  Sclaven  entlaufen,  die
Rinder  sind  todt.  Jetzt  dürfen  wir  dich  zurechtbringen.  —
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.