Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

686

Pfizmaier.

zu  ihm:  Der  Gebieter  des  geehrten  Vorrathshauses  hielt  mein
Thor  nicht  für  niedrig.  Vor  Kurzem  erhielt  ich  ein  Schreiben,
worin  gesagt  wird,  dass  ich  für  dicli  ein  kleines  Mädchen  suchen
solle,  um  sie  mit  dir  zu  vermählen.  Desswegen  ging  ich  dir
entgegen.  —  Sofort  zeigte  er  Tschung  das  Schreiben.  Obgleich
Tschung  zur  Zeit,  als  sein  Vater  starb,  noch  klein  war,  erkannte ­
  er  doch  die  Handschrift  des  Vaters.  Er  schluchzte
sofort  und  weigerte  sich  nicht  mehr.  Jener  forderte  sogleich
das  Innere  mit  den  Worten  auf:  Der  Jüngling  von  dem  Geschlechte
  Lu  ist  gekommen.  Man  kann  dem  jungen  Mädchen
auftragen,  dass  es  sich  schmücke.  —  Als  der  Abend  dämmerte,
meldete  das  Innere,  dass  das  junge  Mädchen  geschmückt  sei.
Endlich  sagte  der  Mann  des  Geschlechtes  Thsui  zu  Tschung:
Du  kannst  zu  dem  Osten  hinkommen.  —  Das  Weib  des  Mannes ­
  von  dem  Geschlechte  Thsui  stieg  von  dem  Wagen,  stand
an  dem  Ende  des  Teppichs  und  verbeugte  sich.
Hierauf  waren  drei  Tage  zu  Ende.  Der  Mann  von  dem
Geschlechte  Thsui  sagte  zu  Tschung:  Du  kannst  heimkehren
und  dich  entfernen.  Wenn  die  Tochter  einen  Knaben  gebärt,
so  werde  ich  ihn  dir  zurückschicken.  Wenn  sie  ein  Mädchen
gebärt,  so  werde  ich  es  behalten  und  aufziehen.  —  Er  forderte
das  Aeussere  auf,  in  einem  geschmückten  Wagen  den  Gast  zu
begleiten.  Tschung  verabschiedete  sich  jetzt  und  trat  aus.  Als
er  zu  Hause  ankam,  sah  ihn  seine  Mutter  und  fragte  ihn  um
die  Ursache  seines  Ausbleibens.  Tschung  legte  in  seiner  Antwort ­
  den  ganzen  Sachverhalt  dar.
Vier  Jahre  später,  im  dritten  Monate  des  Jahres,  blickte
Tschung  auf  das  Wasser  herab  und  spielte.  Plötzlich  sah  er
einen  Kälberwagen,  der  bald  untersank,  bald  schwamm.  Hierauf
erreichte  er  die  Uferhöhe.  Die  vier  Sitze  waren  sichtbar,  und
Tschung  ging  hin  und  öffnete  ihn.  An  der  rückwärtigen  Thüre
des  Wagens  sah  er  die  Tochter  des  Geschlechtes  Thsui,  die
mit  einem  dreijährigen  Knaben  spielte.  Die  Tochter  nahm  das
Kind  in  die  Arme  und  gab  es  Tschung  zurück.  Ferner  gab
sie  ihm  eine  goldene  Schale.  Sie  ward  dann  plötzlich  unsichtbar.
Tschung  bestieg  später  einen  Wagen  und  fuhr  auf  den
Markt,  um  die  Schale  zu  verkaufen.  Er  hoffte,  dass  sie  Jemand
erkennen  werde.'  Eine  Sclavin  erkannte  diese  Schale.  Sie  kehrte
zurück  und  meldete  in  einem  grossen  Hause:  Auf  dem  Markte
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.