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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Geisterglaube  in  dem  alten  China.

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in  die  Mutterstadt.  Am  Morgen  bricht  er  auf,  am  Abend  kehrt
er  zurück.  Er  unterzieht  sich  Aufträgen  mit  der  Kraft  von
tausend  Menschen.

In  dem  Gebirge  des  Districtes  Tung-tschang  lebt  ein
Wesen,  das  wie  ein  Mensch  gestaltet  ist.  Dasselbe  ist  vier
bis  fünf  Schuh  hoch,  nackt  und  von  seinem  Haupthaar  bedeckt.
Das  Haupthaar  ist  fünf  bis  sechs  Zoll  lang.  Es  lebt  gewöhnlich ­
  auf  hohen  Bergen,  zwischen  Felsenwänden.  Wo  es  weilt,
schickt  es  eine  laute  Stimme  hervor,  aber  es  bringt  keine
Sprache  zu  Wege.  Es  kann  pfeifen  und  sich  gegenseitig
rufen.  Es  ist  gewöhnlich  in  Dunkelheit  verborgen,  und  man
kann  es  nicht  immer  sehen.  Es  waren  Menschen,  die  Holz
fällten  und  in  dem  Gebirge  übernachteten.  Mit  Einbruch  der
Nacht  schliefen  sie  ein.  Dieses  Wesen  nahm  das  Junge
in  die  Arme,  kam  aus  dem  von  Bergen  eingeengten  Flusse
hervor  und  fing  zwischen  den  Steinen  Krebse.  Es  näherte  sich
dem  Feuer  der  Menschen,  röstete  die  Krebse  und  speiste  damit
das  Kind.  Um  die  Zeit  befand  sich  unter  den  Menschen  Einer,
der  nicht  schlief.  Er  weckte  die  Anderen  in  der  Stille  auf  und
sagte  es  ihnen.  Sie  erhoben  sich  schnell  und  griffen  es  in
Gemeinschaft  plötzlich  an.  Es  entlief  und  liess  sein  Junges
zurück.  Die  Stimme  desselben  glich  dem  Geschrei  eines
Menschen.  Dieses  Wesen  hiess  eine  Schaar  männlicher  und
weiblicher  anderer  Wesen  Steine  herbeischleppen  und  die  Menschen
heftig  angreifen.  Erst  nachdem  sie  hingelaufen  waren  und
das  Junge  gefunden  hatten,  standen  sie  ab.
Der  Garten  der  Merkwürdigkeiten  sagt:
An  den  Orten  der  Verwaltung  von  Ivuang-tscheu  gab  es
einen  gelbgekleideten  Dämon.  Derselbe  zog  aus  und  verhängte
Strafe.  Die  Kleider  und  die  Seitentheile  der  Mütze,  die  er
trug,  waren  gelb.  Wenn  er  zu  den  Häusern  der  Menschen
gelangte,  sperrte  er  den  Mund  auf  und  lachte.  Man  bekam
dort  sicher  die  Pest.  Länge  und  Kürze  waren  nicht  bestimmt,
er  folgte  und  trennte  sich  auf  den  Plöhen  und  in  der  Tiefe.
Dass  er  nicht  auszog,  sind  bereits  zehn  Jahre.  In  dem  Lande
ist  das  Entsetzen  allgemein  und  die  Furcht  nimmt  kein  Ende.
            
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