Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Ts&dMsr

Der  Geisterglaube  in  dem  alten  China.  665
m  ende  Wind,  der  den  Schnee  zurücktreibt.  Ich  blickte  auf  sie
aus  der  Ferne:  sie  war  reinweiss  wie  das  grosse  Yang,  wenn
es  den  rothen  Wolkendunst  ersteigt.  Ich  erforschte  sie,  mich
hinzudrängend:  sie  war  feurig  wie  die  Wasserlilie,  die  aus  den
grüngelben  Wellen  hervorkommt.  Voll  Leidenschaft  finde  ich
Gefallen  an  ihrer  Schöne.  Mein  Herz  zittert,  ist  aufgeregt  und
lässt  nicht  ab.  Ich  habe  keinen  trefflichen  Vermittler,  der  mich
zu  ihr  brächte.  Freudig  vertraue  ich  mich  den  kleinen  Wellen
und  lasse  das  Wort  zu  ihr  dringen.  Ich  möchte  in  Wahrheit
mich  ihr  zuwenden,  mich  früher  verständigen.  Ich  löse  das
Gürtelgehänge  der  Edelsteine  und  gebe  ihr  das  Versprechen.
Die  Aufzeichnungen  von  dem  Kaiser  des  Anfangs  in  den
Erwähnungen  der  Geschichtsschreiber  sagen:
Ein  Gesandter  kam  aus  Kuan-tung  in  der  Nacht  nach
Iloa-yin.  Auf  dem  Wege  des  flachen  Feldes  war  ein  Mensch,
der  in  der  Hand  eine  Rundtafel  hielt.  Derselbe  verstellte  dem
Gesandten  den  Weg  und  sprach:  Uebersende  dieses  in  meinem
Namen  dem  Gebieter  des  Teiches  von  Hao.  —  Dabei  sagte
er  noch:  In  diesem  Jahre  stirbt  der  ahnherrliche  Drache.  —
Der  Gesandte  fragte,  was  die  Ursache  sei.  Jener  war  plötzlich
unsichtbar.  Hierauf  legte  er  die  Rundtafel  nieder  und  entfernte
sich.  Der  Gesandte  nahm  die  Rundtafel  in  Empfang  und
brachte  es  dem  Kaiser  zu  Ohren.  Der  Kaiser  schwieg.  Nach
längerer  Zeit  sprach  er:  Der  Dämon  des  Berges  weiss  sicher
nicht  mehr  als  die  Sachen  eines  Jahres.
Die  in  dem  Buche  der  Han  enthalteneu  Denkwürdigkeiten
von  den  Erdopfern  in  den  Vorwerken  sagen:
Nachdem  man  die  beiden  Yue  vernichtet  hatte,  hielten  die
Menschen  von  Yue  dieses  für  eine  kühne  That.  Man  sagte:
Bei  den  Menschen  von  Yue  ist  es  Sitte,  auf  Dämonen  zu  halten
und  deren  Tempel  sind  zu  sehen.  Die  Dämonen  haben  sie
mehrmals  aufgefordert.  Einst  ehrte  der  König  des  östlichen
Ngeu  die  Dämonen,  und  er  ward  einhundertsechzig  Jahre  alt.
Die  späteren  Geschlechtsalter  vernachlässigten  sie.  Desswegen
War  Abnahme  und  Verringerung.  —  Man  befahl  jetzt  den
Zauberern  von  Yue,  Tempel  von  Yue  .  mit  bequemen  Erdstufen
ohne  Erdaltäre  zu  errichten.  Man  opferte  auch  den  Göttern
des  Himmels,  den  Kaisern  und  den  hundert  Dämonen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.