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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Pfizmaier.

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sie  ein  wenig  vortrat,  war  sie  rein  weiss  gleich  dem  glänzenden
Monde,  wenn  er  sein  Licht  verbreitet.  In  einem  Augenblicke
entstand  ihr  lieblicher  Anblick  querüber.  Was  ihren  vollen
Schmuck  betrifft,  so  war  es  Feuerglanz  des  Flors,  Fransen  von
fünffärbiger  Seide,  glänzende  Keine,  bunter  Schimmer  der
Streifen.  —  Der  König  sprach:  Wenn  es  so  ist,  so  versuche
es,  sie  für  mich  in  einem  bilderlosen  Gedichte  zu  besingen.
Die  Erörterungen  über  die  Beglaubigungsmarken  der  Könige ­
  sagen:
Jetzt  üben  die  Weiber  nicht  die  Darreichung  von  Speise
im  Inneren.  Sie  lassen  ruhen  Seidenbau  und  Weberei,  aber
sie  beginnen  zu  lernen  Zauberei  und  Beschwörung.  Sie  trommeln, ­
  tanzen,  dienen  den  Göttern,  betrügen  und  belügen  dadurch ­
  die  unbedeutenden  Menschen.  Sie  führen  irre  die  hundert ­
  Geschlechter.  Gattinnen  und  Töchter  sind  abgezehrt  und
schwach.  Die  Häuser,  die  krank  sind,  tragen  in  dem  Busen
Kummer,  sind  von  Betrübniss  erfüllt.  Sie  empfinden  leicht
Furcht  und  Bangen,  so  dass  sie  selbst  bewogen  werden  zu  entlaufen. ­
  In  späterer  Zeit  trennen  sie  sich  von  den  richtigen
Wohnhäusern,  mehren  und  verdoppeln  göttliche  Strafen  und
gelangen  dadurch  zu  Untergang  und  Tod.  Aber  sie  wissen
nicht,  dass  sie  durch  die  Zauberer  zu  Grunde  gerichtet
wurden  und  betrogen.  Sie  hassen  dann  wieder  den  Dienst  der
Götter,  aber  zu  spät.
In  dem  bilderlosen  Gedichte  des  Königs  von  Tschin-sse
auf  die  Göttin  des  Lö  wird  gesagt:
Ich  sah  ein  reizendes  Wesen  an  der  Grenze  der  Felsen.
Ich  zog  den  Wagenführer  heran  und  sagte  zu  ihm:  Hast  du
dort  hingesehen?  Was  ist  dort  für  ein  Wesen,  das  so  schön
und  gross  ist?  —  Der  Wagenführer  antwortete:  Ich  habe  gehört, ­
  die  Göttin  des  Flusses  und  des  Lö  heisst  mit  Namen:
Königin  Fö.  Sollte  es  nicht  sie  sein,  die  der  Gebieter  und
König  gesehen  hat?  Wie  sieht  sie  aus?  Ich  möchte  es  gerne
hören?  —  Ich  sprach:  Von  Gestalt  war  sie,  als  sie  wegflog,
wie  eine  erschrockene  Wildgans,  als  sie  sichtbar  blieb,  wie  ein
wandernder  Drache.  Blüthe  und  Sonnenlicht,  eine  Goldblume
des  Herbstes,  Blumen  und  Blätterfülle,  eine  Fichte  des  Frühlings. ­
  Undeutlich  schwebend!  Wie  die  leichte  Wolke,  die  den
Mond  verdeckt.  Wirbelnd  und  sich  erhebend!  Wie  der  strö-
            
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