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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Geisterglaube  in  dein  alten  China.

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Das  Buch  der  späteren  Han  sagt:
Pi-kan,  der  Grossvater  Ho-schang’s,  führte  den  Jünglingsnamen ­
  Schao-king.  Seine  Wege  waren  erleuchtet,  sein  Wandel
geordnet.  Er  war  ein  Angestellter  hei  dem  Gefängnisse  des
Districtes  Hoai-yin  und  dem  entscheidenden  Richter  zugesellt.
Er  rettete  auf  schlichte  Weise  mehreren  tausend  Menschen  das
Leben.  In  Hoai-yin  und  Jü-yin  gab  man  ihm  den  Ehrennamen:
Fürst  des  Geschlechtes  Ho.  Im  dritten  Monate  des  dritten
Jahres  des  Zeitraumes  Tsching-ho  (90  v.  Chr.)  war  der  Himmel
in  grosser  Ausdehnung  verfinstert.  Pi-kan  befand  sich  zu  Hause
und  träumte  am  Tage.  Er  sah,  wie  vornehme  Gäste  mit  Wagen
und  Reitern  sein  Thor  erfüllten.  Als  er  erwachte,  sagte  er  es
seiner  Gattin.  Er  hatte  noch  nicht  ausgeredet,  als  an  dem
Thore  achtzig  alte  Mütterchen  erschienen.  Ihre  Häupter  waren
weiss,  und  sie  begehrten  ein  Obdach,  um  dem  Regen  zu  entkommen. ­
  So  heftig  es  regnete,  waren  ihre  Kleider  und  Schuhe
nicht  benetzt.  Als  der  Regen  aufhörte,  sagten  sie  zu  Pi-kan:
Du  besitzest  die  verborgene  Tugend.  Jetzt  schenkt  dir  der
Himmel  Tafeln,  um  zu  verherrlichen  deine  Söhne  und  Enkel.
Dabei  nahmen  sie  aus  ihren  Busen  Beglaubigungsmarken
und  Tafeln.  Dieselben  waren  wie  Schreibtafeln  gestaltet  und
neun  Zoll  lang.  Es  waren  im  Ganzen  neunhundert  neunzig
Stück.  —  Sie  übergaben  sie  Pi-kan  und  sprachen:  Deine  Söhne
und  Enkel,  welche  den  Gürtel  mit  dem  Siegel  und  dem  breiten
Bande  behängen,  sind  wie  in  dieser  Rechnung.  —  Pi-kan  hatte
mit  achtundfünfzig  Jahren  sechs  Söhne,  und  ihm  wurden  noch
drei  Söhne  geboren.  Im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Pen-schi
(73  v.  Chr.)  übersiedelte  er  von  Jü-yin  nach  Ping-ling  und
wurde  durch  Wechslung  ein  berühmtes  Seitengeschlecht.

Zu  den  Zeiten  des  Kaisers  Siuen  war  ein  gewisser  Yintse-fang
  äusserst  elternliebend  und  besass  Menschlichkeit  und
Güte.  An  einem  Schalttage  kochte  er  einst  am  frühen  Morgen
und  sah,  wie  der  Gott  des  Herdes  ihm  erschien. 1  Tse-fang
1  Das  Buch  der  gemengten  fünf  Grundstoffe  sagt:  Der  Gott  des  Herdes  hat
ein  langes  gelbes  Kleid,  ln  der  Nacht  kommt  er  mit  getheiltem  Haupthaare ­
  aus  dem  Herde  hervor.  Wenn  man  seinen  Namen  weiss  und  ihn
ruft,  kann  man  das  Unheil  bannen.
            
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