Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Der  Geisterglaube  in  dem  alten  China.

647

er  Leute  aus,  welche  die  göttliche  Gebieterin  befragten.  Die
göttliche  Gebieterin  sprach:  Der  Himmelssohn  sei  wegen  der
Krankheit  unbesorgt.  Die  Krankheit  wird  bald  geheilt  sein.
Möge  er  trachten,  mit  mir  in  Kan-tsiuen  zusammenzutreffen.
—  Hierauf  war  der  Kaiser  von  seiner  Krankheit  geheilt,  und
er  besuchte  sofort  Kan-tsiuen.  Als  seine  Krankheit  bereits  gehoben ­
  war,  Hess  er  allgemeine  Verzeihung  angedeihen  und
setzte  Hie  göttliche  Gebieterin  des  Palastes  der  Langjährigkeit
ein.  Die  göttliche  Gebieterin  war  die  Vornehmste  und  hiess:
das  grosse  Einzige.  Ihre  Gehilfen  hiessen:  die  grosse  Verwehrung. ­
  Gottheiten,  wie  der  Vorsteher  des  Lebensloses  gehörten ­
  zu  ihrem  Gefolge.  Man  konnte  sie  nicht  zu  sehen  bekommen, ­
  sondern  hörte  ihre  Worte.  Ihre  Worte  waren  von
derselben  Art,  wie  die  Laute  der  Menschen.  Sie  entfernte  sich
zu  Zeiten,  kam  zu  Zeiten,  und  dann  erhob  sich  rasch  ein  Wind.
Sie  wohnte  in  einem  Zelte  des  inneren  Hauses.  Zu  Zeiten
sprach  sie  am  Tage,  gewöhnlich  aber  in  der  Nacht.  Der  Hirnmelssohn
  trat  erst  ein,  nachdem  er  die  bösen  Einflüsse  gebannt
hatte.  Er  machte  den  Zauberer  zu  ihrem  Wirthe  und  Hess  ihn
von  Speise  und  Trank  verabreichen,  was  sie  wünschte.  Ihre
Worte  gelangten  herab  und  gingen  umher.  Er  erbaute  ferner
den  Palast  der  Langjährigkeit,  den  nördlichen  Palast,  spannte
Flügelfahnen  und  Hess  Geräthschaften  der  Darreichung  aufstellen,
um  die  Gebräuche  zu  üben.  Was  die  göttliche  Gebieterin
sprach,  Hess  der  Kaiser  in  ein  Buch  eintragen.  Dasselbe  hiess
mit  Namen:  Die  vollständigen  Vorschriften.  Was  sie  sprach,
waren  Dinge,  die  man  in  der  Welt  allgemein  wusste.  Es  war
in  ihnen  nichts  überaus  Besonderes,  und  der  Himmelssohn  war
allein  im  Herzen  darüber  erfreut.  Die  Sachen  blieben  geheim,
und  die  Welt  erfuhr  von  ihnen  nichts.
Kung-sün-king  sagte:  Ich  sah  einen  göttlichen  Menschen
auf  den  Bergen  von  Tung-lai.  Es  war,  als  sagte  er,  er  wolle
den  Himmelssohn  sehen.  —  Der  Himmelssohn  besuchte  jetzt
die  Feste  von  Keu-schi  und  ernannte  King  zu  einem  Grossen
der  Mitte.  Hierauf  gelangte  er  nach  Tung-lai.  Er  übernachtete,
verweilte  mehrere  Tage  und  sah  nichts.  Er  sah,  wie  man
sagt,  die  Fussspuren  eines  grossen  Menschen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.