Der Geisterglaube in dem alten China.
645
auf dem Wege. Jetzt hat der Sohn des rothen Kaisers ihn
zerhauen. Dabei wurde sie plötzlich unsichtbar.
Tschang-liang lustwandelte einst auf der Erdbrücke von
Hiä-pei. Ein alter Vater kam zu dem Orte, wo Liang sich befand.
Er liess seine Schuhe gerade unter den Weg fallen und
sagte zu Liang: Knabe, gehe hinab und hole die Schuhe. —
Liang holte sie demgemäss. Der Vater blickte ihn lächelnd
an und entfernte sich. Liang gerieth in ungewöhnlich grossen
Schrecken. Der Vater hatte sich eine Weglänge entfernt, als
er wieder zurückkehrte. Er sprach: Knabe, du kannst belehrt
werden. Nach fünf Tagen, beim Anbruch des Tages, triff mit
mir zusammen. — Liang war verwundert. Er kniete nieder
und sagte: Ja. — Nach fünf Tagen, beim Anbruch des Tages
ging er hin. Der Vater befand sich schon früher dort und
sprach zürnend: Warum bist du bei einem alten Menschen zu
spät gekommen? Nach fünf Tagen triff wieder mit mir zusammen
und komm frühzeitig. — Liang ging um Mitternacht
hin. Nach einer Weile kam der Vater ebenfalls und sprach
freudevoll: So soll es sein. — Er nahm ein Heft Geschriebenes
hervor und sprach: Wenn du dieses liesest, wirst du ein Lehrmeister
der Könige werden. Nach dreizehn Jahren möge der
Knabe mich besuchen. Ich bin der gelbe Stein unter den
Mauern von Kö-tsching in Thsi-pc. — Jener blickte in das
Geschriebene. Es war die Kriegskunst des grossen Fürsten.
Die in dem Buche der Han enthaltenen Denkwürdigkeiten
von dem Erdopfer in den Vorwerken sagen:
Im neunten Jahre dos Fürsten Wen von Thsin sagte
Hoe-jö-sclü: Der Tempel der Feste der nördlichen Bergwand
von Tschin-thsang, sein Gott kommt manchmal durch ein Jahr
nicht herbei. Manchmal kommt er in einem Jahre mehrmals.
Wenn er kam, glänzte er in der Nacht wie Sternschnuppen.
Er kam aus der östlichen Gegend und setzte sich auf die Feste
des Tempels w'ic männliche Fasanen. Seine Stimme war volltönend
und sagte: Das Feldhuhn singt in der Nacht.