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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Ha  rtel.

Zu  den  Wörtern  mit  labialem  Anlaut  gehört  auch  a'pvec.
Die  verwandten  Sprachen  (vergl.  Curtius  Gz.  nr.  496),  ßapviov
=  apvtsv  bei  Hesychius,  der  inschriftlich  erhaltene  Eigenname
rapviov  (Ahrens  dial.  aeol.  170,  dor.  45)  und  von  Hoffmann
(II  69)  bemerkte  Indicien  in  den  Gedichten  sprechen  dafür.
Wenn  aber  Hoffmann  seine  Bedenken  dagegen  damit  motivirt,
etenim  per  totarn  Odysseam  ne  unurn  quülem  digammi  indicium
invenitur,  so  müssen  wir  hier  wieder  betonen,  dass  in  Urkunden, ­
  wie  die  Homerischen  Gedichte  nun  einmal  sind,  auch
seltene  sprachliche  Thatsachen,  namentlich  wenn  sie  sich
durch  Ursprünglichkeit  und  Alter  empfehlen,  nicht  anzutasten
sondern  vor  allem  anzuerkennen  sind.  Zu  der  Annahme
eines  Digamma  stimmen  ec  oi'tppov  apva?  P  310  und  uoXuordipukov
v Aprr)v  B61.
Sonst  sind  es  nur  vereinzelte  Wörter,  deren  Endungen,
wenn  in  alter  Zeit  noch  ein  Consonant  im  Anlaut  des  folgenden
Wortes  wirksam  war,  als  rechtmässige  Positionslängen  sich  darstellen. ­
  Aber  eine  solche  Annahme  hat,  wenn  sie  sich  blos
auf  die  wenn  auch  noch  so  evidente  Etymologie  des  Wortes
stützen  kann,  und  durch  andere  prosodische  Eigenthümlichkeiten
  nicht  begünstigt  wird,  keine  überzeugende  Kraft.  So
werden  wir  etwa  an  die  Nachwirkung  des  Digamma  bei  eivä-Tsps?
  SiXiq  X473(5)  denken,  weil  noch  andere  Spuren  dafür
vorliegen,  worüber  Hoffmann  II  42,  eben  so  bei  vexp'ov  ’EXirip
vopa  p.  10  (vergl.  Ploffmann  II  45),  an  die  Nachwirkung  eines
c  bei  rr t ac  aXao’  B  165  und  bei  TOiagov  äX'.gupvjevTa  e  460.  Aber
wer  wollte  ein  tSpö  0’  Sv  iSpcoaa  A27(2),  Tpws?  sioc  P730(2),
oizvja?  äXvoyov  Z  366  (2)  mit  den  sanskritischen  Formen  svidjämi
(sudo),  jdvat  (quamdiu)  und  der  volleren  Gestalt  des  Präfixes
sa  entschuldigen?  Schon  darin,  dass  in  den  Fällen,  die  uns
noch  übrig  bleiben,  kaum  zweimal  vor  demselben  Stamme
Verlängerungen  begegnen,  liegt  eine  Mahnung,  in  dem  Anlaut
der  einzelnen  Wörter  nicht  weiter  den  Grund  der  Längung
aufzusuchen.  Wenn  nun  aber  weder  die  Natur  der  Endung
noch  die  des  Anlautes  den  Gebrauch  kurzer  Silben  als  Arsislängen
  rechtfertigen,  wo  bleibt  uns  noch  eine  Ausflucht?  Auch
in  der  besonderen  Kraft  einer  Arsis  vor  der  anderen  liegt
kein  erschöpfender  Erklärungsgrund;  denn  wir  finden  Längung
in  der  5.  Arsis,  noch  einmal  so  häufig  in  der  2.  und  4.,  wenn
            
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