40
Schulte.
Weise benutzt, als Johannes. Indessen halte ich dies für nicht
zutreffend, aus folgenden Gründen. Erstens nimmt er oft wörtlich
alle Erörterungen zu einer Distinction u. s. w. auf, wie sie
Johannes hat, was für diese Theile jene Annahme ausschliesst.
Zweitens ist ihm offenbar die Summe des Johannes die stehende
Summe. Dies ergibt sich daraus, dass er mit sehr
wenigen Ausnahmen die Historiae auslässt, aber jedesmal,
wo Johannes eine solche hat, darauf mit der Bemerkung verweist:
,Tangit historiam', wobei selten noch etwa die Stelle
der Bibel citirt wird. Solches hatte nur einen Sinn, wenn ein
bekanntes Werk alle diese historiae enthielt. Das war eben
Johannes Summe. Drittens hatte er in dem ihm, wie sich
zeigen wird, bekannten Simon de Bisiniano ein Vorbild, indem
auch dieser die Summe des Johannes regelmässig allein
benutzt. Zugleich dürfte dieser Vorgang beweisen, dass die
Summe des Johannes allmälig vorzugsweise als eine anerkannte
Summe galt. Ein Blick in des Huguccio Summe lehrt ein
Gleiches. Uebrigens lässt sich annehmen, dass unser Autor
Rufin und Stephan gekannt hat.
5.
Trotz der gleichen Compilationsmethode, die man heutigen
Tages als eine plagiatorische bezeichnen müsste, weicht aber
unsere Summe von der des Johannes bedeutend auch in der
Art der Aufnahme ab. Zwar heisst es unzähligemalen Quidam
dicunk, ,alii dicunt‘, wenngleich das Angeführte wörtlich
bei Johannes steht. Aber dieser wird nicht blos ein paarmal
citirt, sondern nach meinen Notaten auf einundfünfzig
Seiten und auf vielen wiederholt, bald blos mit ,secundum
Jo.‘, ,Jo. dicit' u. dgl., bald auch ,in summa Jo/ 1 . Den
Zusatz Faventinus habe ich nirgends gefunden. Weil aber
alle Stellen, zu welchen Johannes angeführt wird, in dessen
Summe stehen (ich habe sie sämmtlich im Cod. Bainb. P. II.
27 nachgesehen), so ist ausser Zweifel, dass mit Jo. nur Johannes
von Faenza gemeint ist.
1 z. B. zu c. 1. D. I. ,quae habentur in summa Jo.‘ fol. 3“. f. 80“. ,ut
in summa Jo. dicitur. 1 f. 252“. ,solutiones tarnen ponuntur in summa
Joh’is’,