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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Schulte.

Weise  benutzt,  als  Johannes.  Indessen  halte  ich  dies  für  nicht
zutreffend,  aus  folgenden  Gründen.  Erstens  nimmt  er  oft  wörtlich ­
  alle  Erörterungen  zu  einer  Distinction  u.  s.  w.  auf,  wie  sie
Johannes  hat,  was  für  diese  Theile  jene  Annahme  ausschliesst.
Zweitens  ist  ihm  offenbar  die  Summe  des  Johannes  die  stehende ­
  Summe.  Dies  ergibt  sich  daraus,  dass  er  mit  sehr
wenigen  Ausnahmen  die  Historiae  auslässt,  aber  jedesmal,
wo  Johannes  eine  solche  hat,  darauf  mit  der  Bemerkung  verweist: ­
  ,Tangit  historiam',  wobei  selten  noch  etwa  die  Stelle
der  Bibel  citirt  wird.  Solches  hatte  nur  einen  Sinn,  wenn  ein
bekanntes  Werk  alle  diese  historiae  enthielt.  Das  war  eben
Johannes  Summe.  Drittens  hatte  er  in  dem  ihm,  wie  sich
zeigen  wird,  bekannten  Simon  de  Bisiniano  ein  Vorbild,  indem ­
  auch  dieser  die  Summe  des  Johannes  regelmässig  allein
benutzt.  Zugleich  dürfte  dieser  Vorgang  beweisen,  dass  die
Summe  des  Johannes  allmälig  vorzugsweise  als  eine  anerkannte
Summe  galt.  Ein  Blick  in  des  Huguccio  Summe  lehrt  ein
Gleiches.  Uebrigens  lässt  sich  annehmen,  dass  unser  Autor
Rufin  und  Stephan  gekannt  hat.
5.
Trotz  der  gleichen  Compilationsmethode,  die  man  heutigen
Tages  als  eine  plagiatorische  bezeichnen  müsste,  weicht  aber
unsere  Summe  von  der  des  Johannes  bedeutend  auch  in  der
Art  der  Aufnahme  ab.  Zwar  heisst  es  unzähligemalen  Quidam ­
  dicunk,  ,alii  dicunt‘,  wenngleich  das  Angeführte  wörtlich ­
  bei  Johannes  steht.  Aber  dieser  wird  nicht  blos  ein  paarmal ­
  citirt,  sondern  nach  meinen  Notaten  auf  einundfünfzig
Seiten  und  auf  vielen  wiederholt,  bald  blos  mit  ,secundum
Jo.‘,  ,Jo.  dicit'  u.  dgl.,  bald  auch  ,in  summa  Jo/ 1 .  Den
Zusatz  Faventinus  habe  ich  nirgends  gefunden.  Weil  aber
alle  Stellen,  zu  welchen  Johannes  angeführt  wird,  in  dessen
Summe  stehen  (ich  habe  sie  sämmtlich  im  Cod.  Bainb.  P.  II.
27  nachgesehen),  so  ist  ausser  Zweifel,  dass  mit  Jo.  nur  Johannes ­
  von  Faenza  gemeint  ist.

1  z.  B.  zu  c.  1.  D.  I.  ,quae  habentur  in  summa  Jo.‘  fol.  3“.  f.  80“.  ,ut
in  summa  Jo.  dicitur. 1  f.  252“.  ,solutiones  tarnen  ponuntur  in  summa
Joh’is’,
            
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