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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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436  Hartei.
stufen  schwebend  gedacht  werden,  von  der  er  sicli  unter  Umständen ­
  zu  einem  volleren  Wertlie  erhebe.  Und  die  Zahl
solcher  Vocale  ist  im  Griechischen  nicht  gering-,  aber  in  bedeutsamer ­
  Weise  auf  bestimmte  Qualitäten  beschränkt;  es  sind
die  weichen  Vocale  t  und  u  und  in  wenigen  Killen  a  (vergl.
die  Zusammenstellungen  bei  Bekker,  Hom.  Bl.  140.  279,
Düntzer  a.  a.  0.  355,  und  über  a  Leskien  in  Curtius’  Stud.
II  72),  das  sind  dieselben,  deren  Quantitätsverhältnisse  durch
besondere  Zeichen  auszudrücken  die  Griechen  kein  Bedürfniss
fühlten.  Was  uns  durch  directes  Messen  zu  erfahren  versagt
ist,  können  wir  nur  vermuthen,  dass  die  Tondauer  zwischen
o  und  o),  e  und  v;  merklicher  in  das  Ohr  fiel  als  die  zwischen
ü  und  ü,  Y  und  t,  a  und  2.  Diese  Quantitätsbeschaffenheiten  in
Abrede  stellen  hiesse  so  viel,  als  die  im  deutschen  Vers  in  das
Gebiet  des  Hochtones  und  des  Nebentones  hinübergreifenden
Mitteltöne  leugnen.  Natürlich  ist  die  Sache  eine  andere,  wenn
späte  Epiker  Vocale,  die  iu  jener  Zeit  zu  unzweifelhaften
Kürzen  geworden  waren,  lang  gebrauchen.  Das  ist  eine  künstliche ­
  Imitation,  die  in  der  wirklichen  Aussprache  keinen  Rückhalt ­
  hatte;  es  gilt  dies  von  Vergil  so  gut  wie  von  Apollonius
dem  Rhodier.  Aber  die  Möglichkeit  solcher  Imitation  muss,
wenn  auch  in  beschränktem  Masse,  für  die  Homerischen  Gedichte ­
  offen  gelassen  werden.  Warum  sollten  sich  nicht,  besonders ­
  in  bestimmten  Formeln,  Reste  alter  Hymnen  oder
Nachbildungen  solcher  erhalten  haben?
Mit  diesen  also  einst  langen  und  später  nur  in  der  Arsis
lang  gebrauchten  Endungen  vergleiche  ich  die  Fälle,  wo  der
Dauerlaut  mit  vorhergehender  Kürze  eine  metrische  Länge
bildet.  Die  Dauerlaute  sind  in  einigen  Stämmen  wenigstens
noch  nicht  ganz  verkümmert;  wie  die  Endungen  kurz  und
lang,  können  sie  bald  Position,  bald  nicht  Position  bildend
gebraucht  werden,  aber  ohne  die  Arsis  ist  weder  das  eine  noch
das  andere  der  Fall;  nur  diese  verräth  uns  etwas  vom  besseren
Lautgehalt.  Ist  die  gegebene  Darstellung  dieses  Vorganges
richtig,  so  ist  das  Verfahren,  die  Fälle,  wo  Interpunction  den
Dauerlaut  von  der  kurzen  Silbe  trennt,  von  den  anderen  abgesondert ­
  zu  haben,  gerechtfertigt;  denn  die  Interpunction  hebt
die  Möglichkeit  des  Zusammensprechens,  das  für  die  Einwirkung ­
  der  Arsis  als  nothwendig  erkannt  wurde,  auf;  über  eine
            
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