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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

ir:  nsr

430  Hartei.
alexandrinischer  Ueberlieferung  verfolgte  und  definirte,  wäre
eine  höchst  dankenswerthe  Arbeit.
Aber  was  hat  Curtius  vermocht  7777V  syjv  als  organische
Bildungen  zu  leugnen  und  sich  dadurch  so  weiter  Perspectiven,
wie  sie  sich  von  diesen  Formen  aus  auf  die  Erscheinungen
verwandter  Sprachen  eröffnen,  zn  berauben?  —  Das  v.  ,Nach
langen  Vocalen  pflegt  sich  doch  accessorisches  v  nicht  einzustellend ­
  Nicht  anders  Leo  Meyer  a.  a.  0.  386:  ,Es  giobt
kein  einziges  sicheres  Beispiel,  wo  das  nachklingende  v,  mag
es  nun  rein  lautlich  hinter  ursprünglich  auslautende  Vocale  getreten ­
  sein  oder  an  die  Stelle  eines  früheren  Consonanteu  (wie
es  doch  z.  B.  deutlich  in  scpspev  im  Verhältnis  zum  altind.
dbharat  der  Fall  war),  sich  an  einen  langen  Vocal  anschliesse;
und  doch  würde  in  einer  dritten  Singularperson  des  Imperfects,
wie  es  Sijv  ist,  das  v  nicht  wohl  anders  stehen  können,  als
nachklingend  statt  des  alten  t.‘  Kann  das  von  solcher  Bedeutung ­
  sein?  Ist  nicht  neben  der  Macht  der  Analogie  der  Differenzirungstrieb
  ein  die  gesammte  Sprachentwicklung  tief  durchdringendes ­
  und  bestimmendes  Moment?  Weshalb  im  Aeolischen
ijOojp,  1  aber  nicht  <p  1X73  in  1.  P.,  in  3.  P.  aber  aCkr t  für  ©Oorjc.
begegnet,  beantwortet  Curtius  (Stud.  III  395)  treffend  dahin,
dass  man  dann  zwischen  91X77  ich  liebe  und  afXv)  er  liebt  hätte
gar  nicht  unterscheiden  können.  Welches  sind  nun  aber  die
auf  langen  Vocal  auslautenden  Verbalformen,  wo  v  sich  hätte
einstellen  können,  ohne  dass  sofort  die  erste  und  dritte  Person
(eTi'07)v-£Ti'0v),  2<m)v-&mr|)  zusammenfielen?  Und  nimmt  der  St.  es
mit  seinem  alterthümlichen  und  durch  bunte  Mannigfaltigkeit
ausgezeichneten  Formenbestand  nicht  eine  ganz  exceptionelle
Stellung  ein?  Hat  man  mit  dieser  einen  Singularität  auch  alle
anderen  hinweggeräumt?  Ist  es  von  keiner  Bedeutung,  dass  das
v  in  v]v,  rjev,  vfav,  s-/)v  sich  von  dem  v  in  kurzauslautender  Form
ganz  bestimmt  dadurch  unterscheidet,  dass  es  unabtrennbar  mit
der  Länge  verwachsen  ist,  wie  das  v  in  sp.lv,  -sfv  gegenüber  von
ap.p.t(v),  up.p.i(v)  ?  Könnte  man  nicht  gerade  in  dieser  zähen  Erhaltung ­
  in  diesen  Formen  eine  Bestätigung  von  Ähre  ns’  Ansicht ­
  (Formen! 2  100)  erblicken,  ,dass  das  N  £9  im  Sing.  3.  Praet.
nicht  willkührlich  zugesetzt,  sondern  vielmehr  die  eigentliche
Flexionsendung  ist  statt  der  ursprünglichen  Endung  -t,  vergl.
amaba-t,  era-t‘,  und  demnach  die  mit  v  versehenen  Formen  als
            
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