Homerische Studien. 425
Dehnung in einem zweisilbigen, überall leicht unterzubringenden
Worte wie auffällig! Und wie launenhaft willkührlich zugleich,
da ja durch Benützung der anderen guten Form sov (A762,
ff‘643; eine dritte evjv, die noch Ahrens, Ueber die Conjug.
auf gi S. 30 gegen Buttmann AG. I 530 Anm. ansetzt,
existirt nur als Variante zu A762 ö>? sov s’feof syjv ye) für den
Vers aufs beste gesorgt werden konnte. In der That, wenn die
Aufklärung dieses Falles nicht vollständig gelingt, liegt hier
eine Thatsache vor, welche das Vertrauen in unsere Deductionen
ernstlich zu erschüttern geeignet ist und den Glauben
an ein schrankenloses Belieben des Dichters kräftigen muss.
Man könnte auch hier zunächst an den Anlaut erinnern. Vor
der Aspirata findet sich ein kurzer Vocal, wenigstens im Innern
des Wortes lang gemessen. So in dem trochaeisehen ooiv M208
und ebenfalls mit langer ersten steht ootc; bei Hipponax 49 (ß)
und bei Antimach. im Schol. zu Arist. Plut. 718 (vergl. Ovid.
Met. VII 383 Ophias effugit natorum, vulnera Combe). Tiioauox.to
K 478. 502, 2 500 ist minder sicher, weil x recht wohl die ursprüngliche
Quantität des Vocals sein kann. Aber 7)119 bildet
Zeiyupfv) einen Choriambus und t ist lang in sTtiOuoooi 2 175.(doch
vergl. i{G63). Anderwärts finden wir <piA6aö<pov in Aristoph.
Eccles. 571, ßpiygq bei Theogn. 1099, und für Hesiod wird von
Athenaeus 498 a zweimal die Form oy-urofo? bezeugt. Roscher
hat bereits in seiner trefflichen Abhandlung de aspiratione vulgciri
apud Grciecos in Curtius’ Stud. I 2, 124 auf die doppelconsonantische
Natur der griechischen Aspiraten aufmerksam
gemacht, ohne dieselben für die Erklärung der vorliegenden
Fälle verwerthen zu wollen, weil saepius eiusmoäi (?) productiones
etiam ante alias consonas apud Homerum reperiuntur. Ich
wäre begierig ein Beispiel einer eiusmodi productio des o zu
erfahren. Daran dass wirklich die doppelconsonantische Natur
des 9 die Verlängerung erkläre, lässt die Form ozÖTiooc (vergl.
2x7100) = <joipö Curtius Gz. 2 629, Hermann Eiern. 354) und
vor allem der Umstand nicht zweifeln, dass die gleiche Erscheinung
in der vedischen Metrik begegnet, wo bisweilen
blosse Aspirata Position bilden (Kuhn in den Beitr. z. vergl.
Spracht. III 472 ff.). Es verdient hier bemerkt zu werden,
dass die mit <p gebildete Gruppe op mit Ausnahme zweier Fälle
nn Inlaut (’Aopoohv; und o -144 eTc’icppäuoeT’) überall vorausgehende