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Homerische Studien. 419
fremd war, sich verbreitete; denn soweit sich über die Wandlungen
des Gebrauches etwas aus den Hymnen und Hesiod erkennen
lässt, finden wir die Positionslänge hinsichtlich der
Zahl der Wurzeln und Fälle in Abnahme begriffen und nur
in üblichen Formeln sich behaupten.
3. Diese Erscheinungen haben vielmehr ihren Grund
sowohl in der Natur der Dauerlaute, die einst mit einem
besseren Lautgehalt ausgestattet waren, der auch die Aufsaugung
oder Vernichtung eines voraus anlautenden Gonsonanten
sattsam erklärt, als auch in der Feinheit des griechischen
Ohres, welches kurzen Vocal mit Dauerlaut noch als Länge
zu empfinden vermochte, wie es auch sonst gegenüber dem
Lateinischen seine Schärfe bewährt.
4. Aber immerhin muss dieser Lautgehalt der Dauerlaute zur
Zeit der Entstehung der Homerischen Gedichte schon im Schwinden
begriffen gewesen sein, denn er ist nur einer kleinen Zahl
von Stämmen und nicht jedem Stamme an allen Stellen eigen,
wie auch sonst derselbe Stamm in älterer und jüngerer
Formation begegnet; ferner bedarf er zumeist des Schutzes
fester Formel und ausnahmslos der unterstützenden Hilfe der
Arsis, um sich noch entfalten zu können.
Die gewonnenen Resultate wären um nichts weniger
sicher, wenn sich eine kleine Anzahl von Ausnahmen, d. i.
Verlängerungen vor nichtliquidem Anlaut, nicht auf anderem
Wege beseitigen Hessen; denn was Hesse sich erhebliches dagegen
einwenden, dass die Längung in 38 oder mit Einschluss
der Wiederholungen 48 Fällen nach falscher Analogie bei
jenen Endungen, welche vor liquidem Anlaut häufig sind, auch
wenn sie vor explosivem Anlaut zu stehen kamen, eintrat?
Wir sind aber nur bei einigen wenigen von ihnen auf diese
Ausflucht angewiesen. Die Mehrzahl findet ihre befriedigende
Erklärung in der Natur der Endungen, nach denen geordnet
wir die bezüglichen Beispiele durchmustern wollen. Voran
stehen die Dative auf t:
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