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Harte 1.
Handschriften die Doppelung tlieils treu bewahren und diese
sieh vielfach in der Thesis behauptet. Doch ist dies keine
Sache, die sich so nebenbei entscheiden lässt.
Ist es durch die bisherige Untersuchung wahrscheinlich
gemacht worden, dass die Positionslänge der Liquiden aus dem
volleren Gehalte dieser Laute abzuleiten sei und konnte doch
nicht in Abrede gestellt werden, dass vor nicht wenigen der
betreffenden Wurzeln ein anderer Consonant abgefallen, der
ehedem mit seinem Nachbar auf durchaus rechtmässigem und
gewöhnlichem Wege vorausgehende Kürze längte, so scheinen
wir von einem beruhigenden Abschluss aller Fragen noch recht
weit entfernt zu sein; denn welche Fälle sich unter dem einen,
welche unter dem anderen Gesichtspunkte erledigen, ist damit
nicht im entferntesten entschieden. Wenn es auch nicht
weiter gelänge, die beiden Gesichtspunkte zu vereinigen,
Einiges wäre immer erreicht, z. B. dass nun einmal die Etymologen
aufhören müssten, aus blosser Positionslänge ohne
weiters auf den Verlust eines Consonanten zu schliessen. Aber
vielleicht ist doch eine Vereinigung möglich, die selbst wieder
auf eine Reihe anderer Thatsachen der griechischen Sprachentwicklung
ein Licht zu werfen geeignet sein möchte. Wir
fanden, als wir früher die Wurzeln musterten, die ursprünglich
mit Doppelconsonanten begannen, dass F vor p (Fpay, Fpoa,
Fps, Fpsy, Fpöit, FpiS), g vor v (cva, cvap, avt<p, avuco woher vuoc),
und g vor p (apu) verloren ging. Das sind gerade einige jener
gleichartigen Consonantengruppen, welche, wie die vergleichenden
Zusammenstellungen von Stämmen beweisen (bei Leo
Meyer VG. I 182—222, Curtius Gz. 2 621 ff., Pott EF.
11 297), im Lateinischen und Griechischen die grössten Verluste
erfahren haben, v ist im Latein überall abgefallen, selbst,
da, wo sich im Griechischen, wenn auch meist nur in dialektischen
Formen, ein ß erhielt (rosa ßpooov, rugio ßpu^dcp.ai, vergl.
Corsseu I 2 311), so dass also die Combinationen vl, vr, vn
beiden Sprachen fehlen. Ebenso verlor das Latein die Gruppen
sl, sm, sn, sr, während sich im Griechischen g\i. wenigstens in
einer Anzahl von Wurzeln erhielt. Wenden wir aber unsern
Blick über diese Sprachen hinaus, so begegnen wir allenthalben
diesen Combinationen, so dass man eine erst späte Auflösung
und Erleichterung anzunehmen genöthigt ist. Leo Meyer be-