Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Homerische  Studien.

397

Schriften  widerspiegeln,  verbürgt.  Aristarch  schrieb  einfaches
p  X  p,  v  o,  nicht  weil  er  «sah,  dass  auch  sonst  diese  einfachen
Consonanten  Position  bilden,  sondern  weil  er  in  der  Doppelung
eine  vorübergehende,  unter  dem  Einflüsse  der  Arsis  statthabende ­
  Affection  erkannte,  während  ausserhalb  dieses  Einflusses ­
  das  Wort  in  seiner  gewöhnlichen  Gestalt  auftrat.  Aber
man  wird  diese  Affection  der  Liquida  nicht  trennen  können
von  derjenigen,  welcher  kurze  Vocale  in  der  Compositiön  unterliegen, ­
  wie  ävYjXeifc,  avj'/ccnoc,  dvrjvspia,  dvwvupoe,  zavvfyupti;,  sü^vep.o?,
Lc-jpsTpo;  (die  homerischen  Beispiele  und  Ausnahmen
verzeichnet  Bekker  Ilom.  Bl.  278).  Die  Dehnung  erklärt
sich,  wie  dp.^y.v;?,  äv^y.Eorov,  e-^jp.oißoc,  exv;p.oiß6<;.  devvjfxeAicTÖi;,
“T'O v wp,  eu’jvup,  prj^vup  zeigen,  nicht  durchaus  aus  der  entschiedenen ­
  Abneigung  der  Sprache  gegen  eine  Abfolge  kurzer
Silben,  der  allerdings  dadurch  genügt  wird,  sondern  ist  in  der
Composition  ein  organisches  Bindemittel  der  Theile,  wie  etwa
der  Accent  im  Deutschen.  Wie  nun  bei  vocalischem  Anlaut
derVocal,  so  wird  hei  liquidem  Anlaut  der  verlängerungsfähige
Dauerlaut  gedehnt,  und  Ausdruck  der  vollzogenen  Dehnung
ist  die  Doppelung.  Als  Zusammensetzung  aber  meine  ich
wurde  auch  die  Augmentirung  gefühlt.  Die  hiebei  stattfindende
Verdoppelung  unterscheidet  wesentlich  das,  dass  sie  sich  auch
und  nicht  selten  in  der  Thesis  behauptet.  .
Weit  weniger  will  es  gelingen  bei  den  mit  v  anlautenden
Wurzeln  den  Verlust  eines  zweiten  Consonanten  nachzuweisen.
Von  11  in  Betracht  kommenden  Stämmen  haben  nur  4  ein  er
eingebüsst:  vsup-j  (ahd.  snarci,  snuor),  vqac  vipoetp  (ahd.  sneo,
lit.  snigti),  vuöc  (skt.  snushä,  ahd.  snur),  rrpoc,  vauc  (skt.  snäumi
fiuo,  vergl.  Curtius  Gz. 2  nr.  443).  Für  letztere  Wurzel  kann
nach  dem  eben  Bemerkten  die  Form  svveov  cp  11,  auf  welche
Curtius  sich  stützt,  wenig  beweisen.  Bei  vöxo?  votio?  so  wie
bei  VEfflo?  ve^eXyj  ist  ein  Doppelconsonant  kaum  wahrscheinlich.
Die  andern  Wörter,  bei  denen  der  Nachweis  eines  solchen
gänzlich  misslang,  sind  vöp.9r h  vücaa,  vtgu,  vuv,  vy)t6q.  Allerdings
verbindet  sich  mit  diesen  nur  17mal  Längung,  während  mit
den  4  Wurzeln,  welche  die  verwandten  Sprachen  mit  vollerem
Anlaut  zeigen,  dies  42mal  der  Fall  ist.  Es  bleibt  aber  immerhin
eine  gewagte  Annahme,  dass  ein  a  vor  v  sich  hier  wirksam
gezeigt  hat,  da  die  gleiche  Abneigung  der  lateinischen  und
26*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.