Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

H  a  r  t  e  1.  Homerische  Studien.

383

Homerische  Studien
von
Dr.  Wilhelm  Hartei,
a.  o.  Professor  für  dass.  Philosophie  an  der  Universität  zu  Wien.
I.
Niemand,  der  die  Geschichte  Homerischer  Forschung
aufmerksam  verfolgt,  wird  in  Abrede  stellen,  dass  die  altepische
  Sprache  uns  jetzt  in  einem  ganz  anderen  Lichte
erscheint  als  ehedem,  dass  wir,  gestützt  auf  die  sicheren  Ergebnisse ­
  der  vergleichenden  Sprachwissenschaft,  ihre  Erscheinungen, ­
  die  man  einer  rein  äusserlichen  Analyse  unterzog,  im
grossen  Umfange  als  organische  Bildungen  begreifen  lernten.
Wir  sehen  in  oiivop,«  yoövaat  Soüpaci  teAeüo  äy.E'.sp.Ev'cv  nicht  mehr
durch  metrisches  Bedürfniss  hervorgerufene  Verlängerungen
der  kurzen  Vocale  oder  in  den  Conjunetivformen  iop.ev  ßoiiXsiai
£Y£;po;j.sv  stSogEv  Kürzungen  der  langen  Vocale  aus  gleichem
Grunde.  Es  sind  gleichberechtigte  Formen  thcils  aus  einander
entstanden  nach  bestimmten  Lautgesetzen,  thoils  Bildungen
recht  alten  Gepräges,  nicht  von  der  Noth  des  Verses  willkürlich ­
  geschaffen,  sondern  für  denselben  vom  Dichter  passend
verwerthet.  Die  glückliche  Entdeckung  des  Digamma  gab  die
nachhaltigste  Förderung  der  in  dieser  Richtung  arbeitenden
Forschung;  sie  berechtigte  bis  zu  einem  gewissen  Grade,  nach
volleren  Formen  und  älteren  Bildungen  zu  spüren.  Der  Ausgangspunkt ­
  für  derartige  Untersuchungen  sind  die  Erscheinungen ­
  des  Hiatus  und  der  Längung  kurzer  vocaliseh  oder  consonantisch
  schliessender  Silben.  Je  mehr  die  vergleichende
Sprachwissenschaft  sich  dieser  Erscheinungen  bemächtigt,  um
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.