Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

367

verziert  sind,  sehen  wir  ja  noch  jetzt  in  unseren  Museen.  —
V,  329  muss  natürlich  deum  mit  monstris  verbunden  werden,
wodurch  aber  keineswegs,  wie  Meynke  (Obs.  crit.  S.  45)  meint,
ein  Widerspruch  zwischen  diesem  Ausdrucke  und  forte  hervorgerufen ­
  wird.  Forte  ist  nämlich  im  Sinne  der  Medea  gesagt;  sie
war,  ohne  irgend  eine  Ahnung  zu  haben,  was  ihr  begegnen
werde,  in  diese  Gegend  an  den  Phasis  gegangen.  Griechisch
könnte  man  forte  durch  szoyz  wiedergeben,  womit  sich  ein  Ausdruck, ­
  wie  ipoßvjösTca  ev  ty)  vuxxi  •xo'.v.Cko'.q  twv  Oemv  tepas 1 .  ganz  gut
vertragen  würde.  —  VII,  224  tuae  venio  (iam  pridem  ignava)
iuventae.  Thilo  hat  hier  die  Conjectur  Burmanns  gnara  für
ignava  aufgenommen.  Aber  wenn  man  auch  zugeben  muss,
dass  gnara  einen  passenden  Sinn  gibt  und  dass  ignava  (ignava)
und  gnara  oft  in  den  Handschriften  verwechselt  werden,  so
folgt  doch  daraus  noch  nicht  die  Unzulässigkeit  des  überlieferten
ignava.  J.  Wagner  hat  richtig  erkannt,  dass  die  Worte  iam
pridem  ignava  ,schon  gar  lange  säumig'  eine  Selbstankläge  der
Circe  enthalten,  und  ich  sehe  nicht  ein,  was  sich  dagegen  einwenden ­
  lässt.  Diese  Woi'te  stehen  im  engsten  Zusammenhänge
mit  dem,  was  Medea  v.  220  ff.  sagt:  früher  ist  das  Thessalische
Schiff  zum  Phasis  und  durch  so  viele  Meere  umsonst  der  unselige ­
  Jason  gekommen,  ehe  dich  die  Liebe  zum  Pleimatlande
rührte.  In  dieser  Klage,  sowie  in  den  Eingangsworten  o  tandem,
  vix  tandem  reddita  Circe  dura  tuis  liegt  ein  Vorwurf,  den
die  angebliche  Circe  mit  iam  pridem  ignava  als  begründet  zugesteht. ­
  —  VII,  302  infectis  per  rosckla  cornua  vittis.  Hiezu
bemerkt  Thilo:  dedi  librorum  scripturam,  quae  nondum  emendata
  est.  Warum  sollten  aber  diese  Worte  verderbt  sein?  Valerius ­
  hat  in  der  ganzen  Stelle  die  Scene  aus  Euripides  Bakchcn
vor  Augen  gehabt,  wo  sich  Pentheus  in  weiblicher  Kleidung
von  Dionysos  geleitet  auf  den  Kithairon  begibt.  Dort  heisst
es  v.  918  f.  zai  -aupo?  r;p.Tv  ^poiOsv  YjyiTcOai  osy.sTc;  -/.ai  aw  y.spa-s
■/.pa-i  TCpocTC£<puz£vai,  was  ganz  unserer  Stelle  entspricht;  nur  erhöht ­
  Valerius  das  Wunder  dadurch,  dass  er  aus  den  Hörnern
des  Bacchus  Wein  über  die  Stirnbinde  herabtliauen  lässt.  —
VII,  45G  f.  nam  iam  matura  ruebant  sidera  et  extremum  suffixerat
axe  Bootem.  An  diesem  Verse  haben  viele  ältere  Kritiker  Anstoss
  genommen  und  neuerdings  auch  Thilo,  der,  so  sehr  er
sonst  an  der  Ueberlieferung  festhält,  dennoch  hier  die  Con-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.