364
S c h e n k 1.
darf man nicht nach der gewöhnlichen Weise fas erat? havd
lioc nunc genitor putat awt dare poenas iam, .sceleris dominumque
pati, da dies weder einen passenden Sinn, noch eine richtige
Construction zulässt, sondern vielmehr fas erat (haud ....
putat) aut dare patil schreiben, wodurch alle Schwierigkeiten
beseitigt sind.
Zum Schlüsse mögen noch, wie schon oben bemerkt wurde,
einige Stellen, die man bisher nicht richtig erklärt und daher
meistentheils für verderbt erklärt hat, kurz behandelt werden.
Die Worte, welche Peleus I, 265 ff. an die Götter richtet:
placido si currere fluctu Pelea vidtis, ait, ventosque optare. ferentes,
hoc, superi, servate caput werden noch immer unrichtig aufgefasst.
Thilo (XIX) gibt als Sinn der Stelle an: Valerius
Pelea deos precantem fecit,, ut ipsum in itinere mallent perire,
quam ita reverti, ut Achilles, in vivis non esset, was nun und
nimmer in diesen Worten liegen kann. Ph. Wagner (Neue
Jahrb. 89, 385) will optare auch in den ei'sten Satz hinüberziehen,
so dass dieser also zu construieren wäre: si vidtis Behebt
optare placido fluctu currere, eine haarsträubende Construction,
die übrigens nicht einmal einen passenden Sinn gibt. Man
muss bei der Erklärung dieser Stelle, davon ausgehen, dass
Peleus als Enkel des Jupiter und Gemahl der, Thetis von den
Göttern einen besonderen Schutz und daher eine ruhige Fährt
auf glattem Meere und mit günstigem. Winde erwartet. Daher
sagt er. in seinem Gebete: Wenn ihr, o Götter, wollt, dass ich
wirklich auf ruhiger Fluth fahre, und günstigen Wind wünsche,
so müsst ihr mir die Ruhe meines Herzens und als die Grundlage
hievon das Leben dieses meines Sohnes erhalten. -+■
I, 445 gebe ich das überlieferte tuis nam. pendit in arvis Delius,
trotzdem Thilo den Vers als nondum emertdatusi bezeichnet, und
trotz der Conjecturen pascit (Eyssenhardt Rh. Mus.. XVII, 382),
servit (Koch Rh. Mus. XVHI, 163)y pendet (Pli. Wagner Phil.
XX, 628) noch immer nicht Preis. Man vergleiche, nur damit
die Stelle IV, 477 f. nee credite culpam saevitiae scelerwnve
mihi nunc crimina pendi, und man wird zugöben, dass Valerius
statt poenas pendere auch das einfache pendere setzen konnte,
gerade so wie im Griechischen neben tuowyjv (o(-/.r,v, Ti[i,wp(ay, ,x.falv)
xwsiv auch tiveiv absolut steht (vgl. Od. XXII, 218, Sol. fr. 13,
29 Bergk),— II, 70 die Worte et parco corpora Buccho (rebii