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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Placcus.

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wird.  Aber  in  uno  auro  lässt  sich  schwerlich  rechtfertigen,
wie  dies  schon  die  verschiedenen  Conjecturen  zeigen,  mit
welchen  man  sich  an  dieser  Stelle  versucht  hat,  so  mundo  auro
(J.  Columbus),  nudo  auro  (Hirschwälder),  pleno  orte  (Koch).  Das
nächst  liegende  ist  wol  puro  ..  auro,  welches  Wort  häufig  vom
Sonnenuntergänge  gebraucht  wird,  z.  B.  bei  Avienus  Prognost.
239  f.  indideritque  facem  ponto  deus  integer,  atra  nube  Garens
purusque  comas  et  splendidus  orbem,  295  puras  si  Phoebus  condit
habenas.  Dass  v.  56  puraque  vorausgeht,  kann  nicht  befremden,
da  Valerius  die  Wiederholung  von  Wörtern  nicht  ängstlich  vermeidet ­
  (vgl.  z.  B.  III,  307  f.  adirem  ....  irem,  VI,  351  f.
corpore  .  .  .  corpore,  704  lf.  tigrin  ....  tigris;  man  kann  daher
auch  III,  61  mit  Gr.  Voss  und  Peerlkamp  zu  Verg.  Aen.
IX,  659  unbedenklich  pulsu  für  passu  schreiben,  obwol  gleich
darauf  pidsans  folgt).  —  II,  337  forsitan  hoc  factum  taceat  iam
fulmen  in  antro  lässt  sich  allerdings  zur  Noth  so  erklären:  vielleicht ­
  schweigt  in  dieser  Höhle  der  schon  fertige  Blitz,  oder  mit
anderen  Worten:  vielleicht  haben  die  Cyclopen  mit  der  Arbeit
ausgesetzt.  Aber  warum  sagt  Hypsipyle:  ,vielleicht  schweigt',  da
sie  doch,  wie  die  anderen  Worte  zeigen,  ganz  in  der  Nähe  der
Höhle  steht  und  somit  selbst  hören  muss,  wenn  die  Feuerkräfte
in  dem  Vulcane  toben.  Aus  diesem  Grunde  muss  ich  den  Vers  für
verderbt  halten  und  vermuthe:  forsitan  hoc  fcdlit,  taceat  cur
fulmen  in  antro,  d.  i.  ,vielleicht  macht  euch  der  Gedanke  irre,
warum  wol  der  Blitz  in  der  Höhle  schweige',  wozu  dann  das
folgende  nox  dabit-  ipsa  fidem  vortrefflich  passen  würde.  —  II,
386  ff.  in  dem  schönen  Vergleiche  des  Jason  mit  einem  Rosse,
wobei  dem  Dichter  II.  VI,  506  ff.  und  Soph.  El.  25  ff.  vorschwebten, ­
  lesen  wir  die  verderbte  Stelle  longa  quem  frigida
pace  terra  iuvat,  brevis  in  laevos  piger  angitur  orbes.  Die  verschiedenen ­
  Conjecturen  aufzuzählen  würde  zu  weit  führen;  ich
bemerke  daher  bloss,  dass  durch  Thilo’s  Vorschlag  vix  statt
brevis  zu  lesen  (Prolegg.  LIV)  den  Schwierigkeiten  nicht  abgeholfen ­
  wird,  und  auch  Ph.  Wagners  Vorschlag  (Phil.  XX,
632)  longa  .  .  .  tesca  iuvant,  brevis  in  l.  compingitur  orbes  dem
Sinne  und  Ausdrucke  nach  nicht  befriedigen  kann.  Der  Gedanke, ­
  dass  das  geschulte  Kriegsross,  nachdem  es  im  langen
Frieden  steif  und  alt  geworden  ist,  schwer  die  früher  so  ge-
            
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