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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Sehen  kl.

II)  und  deductaque  (M  von  zweiter  Hand)  entspricht  dem  Sinne
nach,  aber  nicht  den  Zügen  der  Ueberlieforung;  ersteres  ist
auch  schon  wegen  des  folgenden  disiecit  nicht  gut  denkbar.
Ich  vermuthe  daher  delataqne,  das  sehr  passend  dem  elatae  in
dem  vorhergehenden  Verse  gegenüber  stehen  würde,  vgl.  Tac.
Ann.  I,  35  elatumque  (ferrum)  deferebat  in  pectus.  —  III,  223
lesen  wir  tales  auditus,  ea  gandia  fingit  ira  deum.  Weder  habitns
  und  animos,  was  Heinsius  und  J.  Wagner  für  das  verderbte ­
  auditus  vorgeschlagen  haben,  noch  Thilo’s  Conjectur
reditus  können  irgendwie  entsprechen;  habitus  und  animos  sind
neben  gaudia  matte,  nichtssagende  Ausdrücke,  reditus  aber
passt  nicht  in  den  Zusammenhang.  Ich  vermuthe  daher  aestus,
was  recht  gut  dem  folgenden  gaudia  entsprechen  würde.  —  Es
ist  übrigens  auch  das  (xegentheil  vorgekommen,  nämlich  dass
Wörter  durch  den  Ausfall  von  Buchstaben  zu  anderen  umgestaltet ­
  wurden,  z.  B.  VIII,  287,  wo  in  V  frondibus  statt  frondentibus
  steht.  So  hat  VII,  8  Heinsius  erkannt,  dass  das  überlieferte ­
  paulum  nicht  zu  halten  ist;  auch  hat  er  mit  seinem
Vorschläge  pavidum  unzweifelhaft  das  rechte  Wort  getroffen.
Der  Accusativ  pavidum  Hesse  sich  allerdings  nach  Analogie
von  Ovid.  Met.  IX,  569  erklären,  obwol  dort  pavidum  mit
blandita,  nicht  mit  dixit  zu  verbinden  ist,  aber  bei  medio  dolore
vermisst  man  die  Praeposition  m;  deshalb  möchte  ich  hier  eher
an  pavida  in  denken.
Was  die  Eigennamen  anbelangt,  so  habe  ich  im  Eingänge
dieses  Abschnittes  darauf  hingewiesen,  dass  dieselben  in  V  ganz
besonders  entstellt  sind.  So  haben,  um  nur  ein  oder  das  andere
Beispiel  zu  geben,  die  Abschreiber  aus  Minyae  gewöhnlich
minsae  oder  mensae  gemacht,  wie  I,  227,  310,  Piresius  in
Crestus  verwandelt  I,  356  u.  dgl.  m.;  besonders  häufig  haben
sie  die  Eigennamen  in  gewöhnliche  Wörter  verändert,  wie
Canthus  in  candidus  I,  166,  Juno  in  tune  VII,  186  u.  ö.  Zwei
dieser  lächerlichen  Verkleisterungen  hat  man  bisher  noch  nicht
bemerkt.  VI,  438  weiss  man  mit  dem  seltsamen  ante  diem
nichts  anzufangen;  dazu  kommt,  dass  in  dem  vorhergehenden
Satze,  dessen  Subject  Aeetes  ist,  dies  eben  nicht  ausgedrückt
und  auch  nicht  aus  dem  Zusammhange  zu  entnehmen  ist.  Alles
dies  führt  darauf,  dass  ante  diem  in  Aeetes  emendiert  werden
muss,  nach  welchem  Worte  man  ein  Komma  zu  setzen  hat.
            
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