Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonäutica  des  Valerius  Flaccus.

355

liquuntur  glücklich  tinguuntur  herausgefunden  hat.  Auch  I,  90
hat  die  Conjectur  von  G  .  .  Voss  tiivguent  für  cingent  sehr  viel
für  sich.  —  VII,  213  ist  ipsa  nicht  zu  rechtfertigen  und  muss
daher  in  illci  geändert  werden.  Der  umgekehrte  Fall  findet
sich  VIII,  10,  wo  man  wol  ohne  Bedenken  statt  ille,  das
trotz  des  Versuches  von  Ph.  Wagner  (a.  a.  0.  S.  390)  unerklärlich ­
  bleibt,  ipse  hersteilen  wird.  Wie  Ule  und  ipse,  so  sind
auch  ipse  und  ist.e  mehrmals  verwechselt,  z.  B.  VII,  247
(ipsaque  V,  istaque  Ph.  Wagner  Phil.  XX,  645),  507  (ipsis  V,
istis  Bon.  II),  VIII,  398  (ipsa  V,  ist,a,  Bon.  II). 5ä )
Eine  eigene  Gattung  von  Fehlern  bilden  diejenigen  Stellen,
wo  die  Abschreiber  durch  Einfügung  einer  Sylbe  aus  dem  überlieferten ­
  Worte  ein  ganz  anderes  gemacht  haben,  z.  B.  III,
361,  V,  375,  wo  V  silicet,  in  solito  statt  silet,  in  solo  bietet.
Solche  Störungen  nehme  ich  au  folgenden  Stellen  an:  III,  140
delicataque  ora  securi  disiecit  cervice  tenus.  Hier  schreibt  man
gewöhnlich  nach  einer  Conjectur  von  Heinsius  duplicataque,  was
höchstens  ,mit  doppeltem  Beilhiebe 1  bezeichnen  könnte;  hier
ist  aber,  von  einem  furchtbaren  Streiche  die  Bede,  welcher  den
Helm  und  den  Kopf  bis  zum  Nacken  spaltet.  Deiectaque  (Bon.

55 )  Einige  Kleinigkeiten  mögen  hier  mehr  summarisch  behandelt  werden.  VI,
522  ist  nicht  abzusehen,  warum  die  Rosse  des  Absyrtus  gerade  schwarz
gewesen  sein  sollen;  auch  passen  schwarze  Pferde  schlecht  für  einen  Sonnenwagen, ­
  den  sonst  weisse  ziehen.  Darnach  kann  atris  nicht  richtig
sein.  Was  nun  Heinsius  vorgeschlagen  hat,  actis  ist  matt,  besonders  nach
dem  vorhergehenden  inpulsu;  Thilo’s  acri  sternit  equo  liegt  zu  weit  von
der  Ueberlieferung  ab,  auch  ist  der  Singular,  den  man  collectiviscli  fassen
müsste,  aulfallend.  Daher  vermuthe  ich  altis  sternit  equis  d.  i.  mit  den
hochsteigenden  Rossen.  VI,  413  kann  illinc  artus  tenduntur  eriles  nicht
richtig  sein,  da  tenduntur  keine  Erklärung  zulässt;  wafe  J.  Wagner  vorbringt ­
  ,omnes  et  viri  et  equi  vires  intendunt,  ut  contra  nitantutverdient
keine  ernstliche  Widerlegung.  Deshalb  haben  schon  ältere  Gelehrte  caeduritur
  vorgeschlagen,  was  aber  mit  secant  identisch  wäre.  Ich  vermuthe
daher  sternuntur,  das  besonders  bei  dem  vorausgehenden  artus  leicht  mit
tenduntur  verwechselt  werden  konnte.  I,  390  hat  Heinsius  für  das  sinnlose ­
  vacua  gewiss  passend  patula  vermuthet;  nur  liegt  dies  Wort  ziemlich
weit  von  den  Zügen  der  Ueberlieferung  ab.  Könnte  man  daher  nicht  an
vasta  denken,  was  doch  oft  einem  Ingens  nahe  kommt  (vgl.  VII,  169
ingenti  ab  orno,  519  ingenti  in  arhore)*t  VII,  496  kann  procumbit  nicht
richtig  sein;  Heinsius  vermuthet  procurrit,  doch  vom  diplomatischen  Standpunkte ­
  aus  dürfte  sich  procursat  noch  mehr  empfehlen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.