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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

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das  Meer  geworfen  werden  (vgl.  11.  19,  267).  Darnach  wird
es  wol  corpora,  nicht  pectord  heissen  müssen  und  die  Stelle
also  zu  verstehen  sein:  prosectaque  partim  [sunt)  corpora,  partim ­
  per  medios  (corpora)  gerit  obvius  Idmon;  obvius  heisst:  (zu
Jedermann)  hinzutretend,  indem  er  nämlich  die  an  ihm  Vorbeiziehenden ­
  berührt.  —  IV,  681  premit  urnbra  rotem  ist  urnbra
schon  an  und  für  sich  bedenklich,  neben  dem  folgenden  scopidique
  fenvntur  comminus  aber  nicht  zu  ertragen.  Schreibt  man
aber  unda  statt  urnbra,  so  erhält  man  eine  höchst  malerische
Schilderung;  durch  die  gegen  einander  rückenden  Felsen  wird
das  Meer  eingeengt  und  somit  das  Schiff  von  den  Wogen  bedrängt. ­
  Diese  Aenderung  ist  um  so  leichter,  je  häufiger  in  V
unda  xxnd  urnbra  vei’wechselt  sind;  man  vergleiche  I,  95,  274, 53 )
III,  1,  525,  VII,  138.  •—  VIII,  265  neque  enim  fugit  aequore
raptor  ist  offenbar  von  dem  Raube  des  Ganymedes  die  Rede;
dann  muss  es  aber  dethere  und  nicht  aequore  heissen.  —  VI,
285  aut  mecum  medium,  iuvenes,  agite  ite  per  urberrt  hat  Ph.
Wagner  (Phil.  XX,  642)  richtig  erkannt,  dass  die  überlieferte
Leseart  unhaltbar  ist,  aber  mit  seinem  Vorschläge  age,  frangite
turbam  hat  er  nicht  das  Rechte  getroffen;  es  ist  zu  schreiben:
medium  per  orbem;  so  werden  v.  299  die  Schlachthaufen
  globi  genannt.  —  VI,  451  ff.  haben  sich  Thilo  (XXXVII)
und  Ph.  Wagner  (Neue  Jahrb.  89,  396)  in  ganz  unmöglichen
Erklärungen  versucht;  letzterer  deutet  wenigstens  leise  an,  dass
hier  ein  Verderbniss  stattfinden  könnte.  Das  ist  auch  wirklich
der  Fall;  und  zwar  liegt  es  in  mente  (453),  wofür  man  nata
Schreiben  muss,  das  eine  vortreffliche  Construction  gibt.  So
ist  III,  397  umgekehrt  menti  (denn  dies  scheint  richtiger  zu
sein  als  Bentleys  mente)  in  vati  verderbt  worden.  Auch  ment.es
und  noctes  werden  mit  einander  verwechselt.  Einen  Beleg  hiefür
  bietet  die  Stelle  II,  219,  wo  sich  die  Ueberlieferung  o  qui
me  vera  canentem  sistat  et  hac  nost.ras  exolvat  imagine  noctes
recht  seltsam  ausnimmt,  fast  so,  als  ob  der  Dichter  in  der  Nacht
sich  vor  Gespenstern  fürchtete.  Man  muss  daher  mentes  für
noctes  schreiben.  Umgekehrt  verhält  es  sich  mit  der  Stelle  v.
53 )  An  dieser  Stelle  nehme  ich  natürlich  die  Emendation  Peerlkamp’s  umbrae
statt  undae  an,  möchte  aber  das  überlieferte  deduxere  gegen  seinen  Vorschlag ­
  obduxere  festhalten;  die  steigenden  Schatten  machen,  dass  der  Tag
herabsinkt.
            
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