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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

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bloss  Kleinigkeiten,  wie  I,  536  uttpue,  sondern  auch  wichtigere,
z.  B.  V,  648  nec  talia  possint,  VII,  145  parentes.  An  einigen
Stellen  aber  tritt  die  Schwindelei  Carrions  so  klar  hervor,  dass
eine  Täuschung  wohl  nicht  möglich  ist.  Wer  wird  nicht  an
der  Ehrlichkeit  des  Mannes  irre  werden,  wenn  er  in  den  beiden ­
  Ausgaben  auf  folgende  Widersprüche  stösst:  I,  227  vates
minias  Sch.  (so  auch  B),  longa  minias  C, 27 )  IV,  272  Oebalio  .  ..
astu  Sch.,  Oebalia  ....  arte  C,  VI,  113  ad  aulas  Sch.  (so  auch
A),  ad  auras  C,  in  auras  cod.  Burm.,  VII,  7  modo  Sch.,  malo  C
(auch  Pi.),  21  exspectata  cubili  Sch.,  experta  cubile  C.  Man
kann  daher  gar  nicht  zweifeln,  dass  Carrion  eine  gute  Anzahl
von  Lesearten,  die  er  seinem  Codex  zuschreibt,  aus  Drucken
entlehnt  hat. 2S )  Indessen  ist  dies  für  unsere  Frage  von  keiner
Bedeutung;  die  Uebereinstimmung  der  Lesearten  des  Monacensis
  und  des  Codex  des  Burmann,  welche  Carrion  nicht  gekannt
hat,  mit  denen  in  der  belgischen  Handschrift  beweist,  dass  dieselbe ­
  keineswegs  alt,  sondern  sehr  jung  und,  um  mit  Pius  zu
reden,  ein  codex  emendatus  et  defecatus  war.
Prüfen  wir  nun  die  Lesearten,  welche  diesem  Codex  eigenthümlich
  sind,  näher,  so  ergibt  sich,  dass  die  Zahl  wirklicher
Emendationen,  welche  er  enthält,  in  keinem  Verhältnisse  zu
den  vielen  kecken,  ja  abenteuerlichen  und  ganz  verkehrten
Conjecturen  steht.  Wahre  Verbesserungen,  die  wir  dem  codex
Carrionis  verdanken,  sind  folgende:  I,  49  meque  assiduis  lacera,
93  ad,  593  cohors  in,  704  ora,  II,  6  fretis,  439  Samothraca
diemque,  502  passosque  sinus,  595  penates,  III,  1  urnbras,  106
Olenii,  157  Halyn,  162  dissicit,  169  i  nunc,  182  diversa  Sagen,

21 )  Thilo  hat  Jcmdudum  hac  Minyas  vates  geschrieben;  leichter  ist  vielleicht
Jandtidum  tali  Minyas,  da  die  Bezeichnung  des  Subjectes  nicht  nothwendig
  ist.
2S )  Sehr  bezeichnend  für  das  Verfahren  Carrions  sind  zwei  Stellen,  einmal
I,  303,  wo  er  sich  rühmt  diesem  Verse,  der  in  VMP  nach  308  steht,  zuerst
nach  Anleitung  seines  Codex  die  rechte  Stelle  angewiesen  zu  haben,  während ­
  dies  doch  schon  in  der  Aldina,  die  er  recht  gut  kennt  (vgl.  I,  735),
geschehen  ist;  schon  Zinzerling  hat  daran  mit  Becht  Anstoss  genommen;
die  zweite  Stelle  ist  IV,  544,  wo  er  in  der  zweiten  Ausgabe  ganz  eigenmächtig, ­
  ohne  etwas  in  den  Castigationes  zu  bemerken,  nostra  in  caeca  verwandelt ­
  hat.  Bass  Carrion  Lesearten  alter  Drucke  für  Varianten  seines
Codex  ausgegeben  hat,  gesteht  übrigens  auch  Eyssenhardt  zu  (Lit.  Centr.
1864,  520).
            
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