Studien zu den Argonautica des Valerius Flaccus.
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bloss Kleinigkeiten, wie I, 536 uttpue, sondern auch wichtigere,
z. B. V, 648 nec talia possint, VII, 145 parentes. An einigen
Stellen aber tritt die Schwindelei Carrions so klar hervor, dass
eine Täuschung wohl nicht möglich ist. Wer wird nicht an
der Ehrlichkeit des Mannes irre werden, wenn er in den beiden
Ausgaben auf folgende Widersprüche stösst: I, 227 vates
minias Sch. (so auch B), longa minias C, 27 ) IV, 272 Oebalio . ..
astu Sch., Oebalia .... arte C, VI, 113 ad aulas Sch. (so auch
A), ad auras C, in auras cod. Burm., VII, 7 modo Sch., malo C
(auch Pi.), 21 exspectata cubili Sch., experta cubile C. Man
kann daher gar nicht zweifeln, dass Carrion eine gute Anzahl
von Lesearten, die er seinem Codex zuschreibt, aus Drucken
entlehnt hat. 2S ) Indessen ist dies für unsere Frage von keiner
Bedeutung; die Uebereinstimmung der Lesearten des Monacensis
und des Codex des Burmann, welche Carrion nicht gekannt
hat, mit denen in der belgischen Handschrift beweist, dass dieselbe
keineswegs alt, sondern sehr jung und, um mit Pius zu
reden, ein codex emendatus et defecatus war.
Prüfen wir nun die Lesearten, welche diesem Codex eigenthümlich
sind, näher, so ergibt sich, dass die Zahl wirklicher
Emendationen, welche er enthält, in keinem Verhältnisse zu
den vielen kecken, ja abenteuerlichen und ganz verkehrten
Conjecturen steht. Wahre Verbesserungen, die wir dem codex
Carrionis verdanken, sind folgende: I, 49 meque assiduis lacera,
93 ad, 593 cohors in, 704 ora, II, 6 fretis, 439 Samothraca
diemque, 502 passosque sinus, 595 penates, III, 1 urnbras, 106
Olenii, 157 Halyn, 162 dissicit, 169 i nunc, 182 diversa Sagen,
21 ) Thilo hat Jcmdudum hac Minyas vates geschrieben; leichter ist vielleicht
Jandtidum tali Minyas, da die Bezeichnung des Subjectes nicht nothwendig
ist.
2S ) Sehr bezeichnend für das Verfahren Carrions sind zwei Stellen, einmal
I, 303, wo er sich rühmt diesem Verse, der in VMP nach 308 steht, zuerst
nach Anleitung seines Codex die rechte Stelle angewiesen zu haben, während
dies doch schon in der Aldina, die er recht gut kennt (vgl. I, 735),
geschehen ist; schon Zinzerling hat daran mit Becht Anstoss genommen;
die zweite Stelle ist IV, 544, wo er in der zweiten Ausgabe ganz eigenmächtig,
ohne etwas in den Castigationes zu bemerken, nostra in caeca verwandelt
hat. Bass Carrion Lesearten alter Drucke für Varianten seines
Codex ausgegeben hat, gesteht übrigens auch Eyssenhardt zu (Lit. Centr.
1864, 520).