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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argouautica  des  Valerius  Flaccus.

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Es  erübrigt  nur  noch,  um  die  Frage,  ob  wir  V  als  einzige ­
  Grundlage  für  den  Text  zu  betrachten  haben,  zum  Abschlüsse ­
  zu  bringen,  noch  einiges  über  den  Codex  des  Carrion
zu  sprechen.  Bekanntlich  hat  Ludwig  Carrion  den  Valerius
zu  Antwerpen  1565  herausgegeben  und  dabei  eine  Handschrift
benützt,  welcher  er  in  dem  Vorworte  zu  den  Scholien  hinter
dem  Texte  ein  Alter  von  600  Jahren  beilegt.  Für  die  zweite
Ausgabe,  die  schon  nach  einem  Jahre  ebenfalls  zu  Antwerpen
erschien,  hat  er,  wie  es  in  der  Praefatio  heisst,  diesen  Codex,
quem  ante  annos  sexcentos  conscriptum  niulta  sunt  quae  decla,-rent,
  nochmals  genau  verglichen.  Die  Herkunft  desselben  bezeichnet ­
  er  nicht  näher;  nur  aus  der  Stelle  der  Vorrede  ,quos
(libros  manu  scriptos)  certe  in  toto  lioc  nostro  Belgico  praeter
illum  meum  repenre  adhuc  potui  nullos 1  kann  man  entnehmen,
dass  er  einem  Kloster  in  den  spanischen  Niederlanden  angehörte. ­
  Seit  Nicolaus  Heinsius,  der  in  der  Praefatio  zu  seiner
Ausgabe  diesem  Codex  einen  sehr  hohen  Werth  beilegte, 21 )  hat
man  nun  denselben  bis  auf  die  neueste  Zeit  als  wahre  Grundlage ­
  für  die  Texteskritik  der  Argouautica  angesehen.  Noch
Eyssenhardt  sagt  in  seinen  Emend.  Val.  (Rh.  M.  XVII,  378):
Carnonis  codicem  prae  omnibus  libris  manu  scriptis  praestare,
quorum  quidem  notitia  extat,  qui.vis  intelleget,  ubi  paucas  editionis
  Burmannianae  paginas  perlustraverit  und  später  (384)  C'arrionis
  codex,  quo  si  superesset  solo  Valemus  recensendus  esset.
Erst  Thilo  hat  sich  in  den  Prolegg.  (LXX  ff.)  gegen  diese
Ansicht  von  dem  hohen  Werthe  jener  Handschrift  ausgesprochen ­
  und  ist  nach  eingehender  Untersuchung  zu  dem  Schlüsse
gekommen,  dass  dieser  Codex  erst  im  fünfzehnten  Jahrhundert
geschrieben  war  und  einen  von  itnliänischen  Gelehrten  vielfach
corrigierten  Text  enthielt.  Neuerdings  ist  wieder  Meynke  in
seinen  Quaest.  Val.  (p.  2  ff.)  für  das  Älter  und  die  Bedeutung
jener  Handschrift  in  die  Schranken  getreten  und  hat,  wenn  er
auch  C  nicht  den  Vorzug  vor  V  zuerkennt,  doch  denselben
21 )  Er  nennt  ihn  notne  praestantissimae,  veterrimum  optimumque  und  vermuthet,
  dass  ihn  Carrion  aus  Köln  erhalten  habe.  Zu  dieser  Annahme  hat
ihn  wahrscheinlich  der  Umstand  bestimmt,  dass  Carrion  den  alten  Codex
des  Silius  Italiens  in  Köln  auffand;  aber  nach  den  oben  mittgetheilten
Worten  kann  man  nur  an  eine  Klosterbibliothek  in  den  Niederlanden
denken.
Sitzl).  d.  phil.-hist.  CI.  LXVIII.  Bd.  III.  Hft.  21
            
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