Studien zu den Argouautica des Valerius Flaccus.
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Es erübrigt nur noch, um die Frage, ob wir V als einzige
Grundlage für den Text zu betrachten haben, zum Abschlüsse
zu bringen, noch einiges über den Codex des Carrion
zu sprechen. Bekanntlich hat Ludwig Carrion den Valerius
zu Antwerpen 1565 herausgegeben und dabei eine Handschrift
benützt, welcher er in dem Vorworte zu den Scholien hinter
dem Texte ein Alter von 600 Jahren beilegt. Für die zweite
Ausgabe, die schon nach einem Jahre ebenfalls zu Antwerpen
erschien, hat er, wie es in der Praefatio heisst, diesen Codex,
quem ante annos sexcentos conscriptum niulta sunt quae decla,-rent,
nochmals genau verglichen. Die Herkunft desselben bezeichnet
er nicht näher; nur aus der Stelle der Vorrede ,quos
(libros manu scriptos) certe in toto lioc nostro Belgico praeter
illum meum repenre adhuc potui nullos 1 kann man entnehmen,
dass er einem Kloster in den spanischen Niederlanden angehörte.
Seit Nicolaus Heinsius, der in der Praefatio zu seiner
Ausgabe diesem Codex einen sehr hohen Werth beilegte, 21 ) hat
man nun denselben bis auf die neueste Zeit als wahre Grundlage
für die Texteskritik der Argouautica angesehen. Noch
Eyssenhardt sagt in seinen Emend. Val. (Rh. M. XVII, 378):
Carnonis codicem prae omnibus libris manu scriptis praestare,
quorum quidem notitia extat, qui.vis intelleget, ubi paucas editionis
Burmannianae paginas perlustraverit und später (384) C'arrionis
codex, quo si superesset solo Valemus recensendus esset.
Erst Thilo hat sich in den Prolegg. (LXX ff.) gegen diese
Ansicht von dem hohen Werthe jener Handschrift ausgesprochen
und ist nach eingehender Untersuchung zu dem Schlüsse
gekommen, dass dieser Codex erst im fünfzehnten Jahrhundert
geschrieben war und einen von itnliänischen Gelehrten vielfach
corrigierten Text enthielt. Neuerdings ist wieder Meynke in
seinen Quaest. Val. (p. 2 ff.) für das Älter und die Bedeutung
jener Handschrift in die Schranken getreten und hat, wenn er
auch C nicht den Vorzug vor V zuerkennt, doch denselben
21 ) Er nennt ihn notne praestantissimae, veterrimum optimumque und vermuthet,
dass ihn Carrion aus Köln erhalten habe. Zu dieser Annahme hat
ihn wahrscheinlich der Umstand bestimmt, dass Carrion den alten Codex
des Silius Italiens in Köln auffand; aber nach den oben mittgetheilten
Worten kann man nur an eine Klosterbibliothek in den Niederlanden
denken.
Sitzl). d. phil.-hist. CI. LXVIII. Bd. III. Hft. 21