314 Schenkt.
cerae codicibus Pomponio Laeto ansam dante reperi duos versus.
Er nahm also die willkürlichen Correcturen und Interpolationen
des Laotus ohne weiteres an ; 1!l ) während er sonst von dem Alter
seines Dacicus so viel Aufhebens macht und sich allein nach
ihm richten will. Darnach wird man nicht zweifeln, dass V,
338 ,in antiquis exemplaribus sincercie lectionis apparet indicium.
legitur enim : fratre tarnen conante sequi‘ eben jener Codex
mit den Emendationen des Laetus zu verstehen ist. Wie es
mit den Codices reverendae vetustatis bestellt -ist, mag man aus
der Bemerkung zu I, 771 ersehen: ,reverendae vetustatis exemplaria
liabent ,aevum‘, quod figurate dici potest■, nupera recognita
,rerum‘; nun steht aber rerurn in V, evum in der Bononiensis I,
wofür die Juntina wieder verum hergestellt hat. Eine weitere
Behandlung dieser Frage wäre ganz unnütz, da sich schon aus
dem Gesagten herausstellt, dass Pius über keine andere alte
Handschrift als V verfügt hat. 20 )
,<J ) Man beachte in dieser Hinsicht die Note zu VII, 344, post hoc carmen
sequebantur Id versus vitio temporum deperditi', worauf drei Verse aus der
Fabrik des Laetus folgen. Pius nennt übrigens den Codex des Laetus
namentlich nur an sieben Stellen: I, 820, II, 439, III, G7, V, 83, 553,
VII, 185, 201. Daher ist es schwer mit Bestimmtheit zu entscheiden, ob
der Regius des Heinsius, wie dieser vermuthet, wirklich von der Hand
dos Laetus geschrieben war oder auch nur vollständig dessen Recension
enthielt, umsomehr als Heinsius ans dem Regius nur einzelne Lescarten
mitgetheilt hat. II, 439 las man in demselben allerdings die vier Verse,
welche Laetus oingesehoben hat, und ebenso den Vers nach V, 83 am
Rande; zu I, 829, III, 67 hat Heinsius nichts bemerkt; aber V, 553 stand
im Regius nicht fare avidis, wie im Codex des Laetus, sondern fare omnes.
Auch bot derselbe II, 464 die richtige Leseart turgentia lumina, welche
bei Pius gewiss erwähnt wäre, hätte sie im Codex des Laetus gestanden.
Darnach scheint die Ansicht von Heinsius irrig und der Regius eine
eigenthümliche Textrecension unter Benützung jener dos Laetus zu sein.
Auch Pius hatte nicht die Originalhandschrift des Laetus, sondern eine
Abschrift derselben vor sich, in welcher die Ergänzungen des Laetus durch
Fehler der Abschreiber entstellt waren; so besonders jene vier Verse nach
II, 439, die auch im Regius ebenso verderbt gelesen werden.
2(l ) Wenn Pius von Codices prisci spricht, so versteht er nach dom Spracligebrauche
jener Zeit darunter gewöhnlich seine beiden jüngeren Codices
im Gegensätze zu den ihm vorliegenden Drucken, z. B. I, 130, 389, IV,
402, V, 148. Das hindert ihn freilich nicht VII, 201 von defeeälis codicitms
non pviscis, sed a Laeto emendatis zu sprechen.