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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Schenk!.

eben  angeführten  Beispiele  aus  Statins,  einem  im  Mittelalter
vielgelesenen  Dichter,  hinführen  konnten.  Die  Uebereinstimmung
  mit  C  beweist  noch  nichts,  da  sie  recht  wol  eine  zufällige ­
  sein  kann.  Warum  soll  nicht  der  Gelehrte,  von  welchem
die  Textesrecension  in  C  herrührt,  hier,  wie  I,  330,  VII,  229,
VII,  513,  wo  C  ebenfalls  raucos,  redit  itque  und  clulces  bietet,
auf  dieselbe  Vermuthung  wie  der  ältere  Excerptor  verfallen
sein?  Natürlich  sehe  ich  in  C,  wie  ich  gleich  nach  weisen  werde,
auch  nur  eine  italiänische  Abschrift  von  V.  Ist  nun  jenes
polumque  eine  blosse  Conjectur,  so  ist  es  noch  sehr  fraglich,
ob  damit  die  richtige  Leseart  hergestellt  ist;  denn  wie  sollte
polumque  je  in  cretamque  verderbt  worden  sein?  Meynke  (Quaest.
Val.  p.  10)  vermuthet,  dass  Jemand,  der  sich  an  das  stürmische
Meer  bei  Kreta  oder  an  die  kretensischen  Seeräuber  erinnerte,
jenes  Wort  beigeschrieben  und  dies  polumque  verdrängt  habe.
Aber  derartige  Glossen  lassen  sich  in  V  nirgends  nachweisen,
und  es  wäre  doch  sehr  wunderbar,  wenn  dieser  sciolus  nur  an  einer
Stelle  seineSpur  hinterlassen  hätte.  Viel  mehr  Wahrscheinlichkeit
hat  die  Ansicht  Thilos  (LX),  dass  über  polumque  die  Glosse
caelumque  geschrieben  war,  welche  in  cretamque  verderbt  das
echte  Wort  verdrängte.  Doch  noch  näher  liegt  der  Gedanke,
den  schon  Jacobus  Mycillus  hatte,  cretamque  sei  aus  fretumque
entstanden.  Es  ist  nun  möglich,  dass  fretum  als  Glosse  zu
pontum  an  die  Stelle  von  polum  trat,  es  kann  aber  auch  Jemand
pontum  als  Synonymum  von  fretum  beigeschrieben  und  dies
sich  später  statt  des  echten  caelum  in  den  Vers  eingeschlichen
haben;  denn  auch  die  Verbindung’  caelumque  fretumque  ist  nicht
ungewöhnlich,  z.  B.  Luc.  V,  413,  Stat.  Theb.  III,  308.
Es  lassen  sich  aber,  wie  Meynke  (Quaest.  Val.  p.  25)
zeigt,  wirklich  noch  alte  Handschriften  neben  V  nachweisen,
und  zwar  zuerst  ein  Codex  in  einem  Kataloge  der  Bibliothek
von  Bobbio  bei  Muratori  Ant.  Ital.  III,  818  ff.,  welcher  Katalog
im  10.  Jahrhunderte  geschrieben  ist.  Allerdings  heisst  es  in
diesem  Verzeichnisse  (p.  821)  ,Generalium  sententiarum  librwrn
I,  in  quo  Lucii  Annaei  Senecae,  Valerii  Flacci  Uber  I,  Aratoris
subdiaconi  de  actibus  apostolorum  Uber  metricus  I,  Phocae  de
grcmmatica  librum  unum‘  So  undeutlich  auch  diese  Notiz  ist,
so  scheint  doch  daraus  hervorzugehen,  dass  die  Sentenzen  aus
Seneca,  Valerius  und  Arator  in  einem  Bande  vereinigt  waren.
            
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