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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

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Name  und  Inhalt  waren  unbekannt.  Es  ist  ein  sonderbarer
Zufall,  dass  die  Argonautica  und  Punica  1417  in  derselben
Bibliothek  (im  Kloster  von  St.  Gallen)  durch  Poggio  und  Bartholomeo
  de  monte  Pulciano  entdeckt  wurden.  Die  beiden
Epen  haben  ein  ganz  gleiches  Geschick;  zu  ihrer  Zeit  gefeiert,
waren  sie  in  späterer  Zeit  fast  vergessen,  im  Mittelalter  unbekannt; ­
  zugleich  wieder  aufgefunden  treten  sie  fast  um  dieselbe
Zeit  ans  Licht  und  an  die  handschriftliche  Ueberlieferung  beider
knüpfen  sich,  wie  wir  gleich  sehen  werden,  ähnliche  Fragen.
Unter  den  jetzt  vorhandenen  Codices  der  Argonautica  ist
nur  einer  vom  höheren  Alter,  nämlich  der  Vaticanus  3277,
welcher  dem  neunten  Jahrhunderte  angehört.  Baptista  Pius,
der  ihn  für  seine  Ausgabe  (Bologna  1519)  benützte, 13 )  nennt  ihn
in  der  Widmungsepistel  an  den  Cardinal  Julius  Medici  codex
Dacicus  suspiciendae  antiquitatis  und  sagt,  dass  er  ihm  von  Jacobus
  Oridryinus,  scriba  Apostolicus,  geliehen  worden  sei;  V,
354  bezeichnet  er  ihn  als  ex  ultimis  Germaniis  allatus,  I,  441
und  III,  538  bloss  als  ex  Germania  allatus.  Er  war  einst  im
Besitze  des  Fulvius  Ursinus,  der  ihm  in  einer  Bemerkung  auf
dem  ersten  Blatte  ein  tausendjähriges  Alter  zuschreibt;  so
mochte  auch  Pius  diese  Handschrift  in  das  sechste  Jahrhundert
gesetzt  haben.  Wie  die  Nachricht  bei  Pius,  so  weist  auch  die
ganze  Schreibart  des  Codex  auf  Deutschland  als  die  Heimat
desselben  hin;  leider  lässt  sich  nichts  näheres  über  die  Herkunft ­
  desselben  bestimmen,  da  die  beiden  Verse  am  Ende,  in
welchen  sich  der  Schreiber  unter  Angabe  seines  Klosters  genannt
zu  haben  scheint,  gegenwärtig  nicht  mehr  lesbar  sind  (vgl.
Thilo  Prolegg.  XL  ff.).
Der  Sangallensis,  welchen  Poggio  1417  auffand  ist,  wie
Thilo  (LX1X)  nachgewiesen  hat,  nur  eine  Abschrift  des  Vaticanus ­
  und  zwar  eine  unvollständige  gewesen,  da  er  mit  IV,
317  endigte.  Poggio  hat  wahrscheinlich  nicht  ihn  selbst  nach
Italien  gebracht,  sondern  nur  eine  Abschrift  davon  gemacht,
aus  welcher  die  beiden  Vaticani  1613  und  1614,  der  üttobo-13
 )  Dass  Pius,  wie  dies  schon  Heinsius  erkannte,  den  Vaticanus  und  zwar
nachdem  er  schon  von  der  zweiten  Hand  corrigiert  war,  benützt  hat,  sieht
man  aus  seiner  Note  zu  I,  178  ,in  antiquo  codice  legitur:  fmternae  evenietque
  adcrescereevenietque  ist  aber  im  Vat.  von  zweiter  Hand  auf  einer
Rasur  geschrieben.
            
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