Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

305

der  Argonautica  zu  geben  versucht.  Mit  der  Hadrianischen
Periode  gerieth  das  Gedicht  in  Vergessenheit  und  erlangte  auch
später  nicht  mehr  einen  grösseren  Leserkreis;  wenigstens  lassen
sich  in  den  Dichtungen  der  folgenden  Jahrhunderte  nur  selten
Benützungen  oder  Nachahmungen  der  Argonautica  nacliweisen.
Sieht  man  von  der  Uebereinstiinmung  in  einzelnen  Wendungen
oder  Ausdrücken  ab,  die  bei  manchen  späteren  Dichtern,  z.  B.
bei  Prudentius  hervortreten,  die  aber  auch  auf  blossem  Zufalle ­
  oder  auf  der  Benützung  anderer  Vorbilder  beruhen  können,
mithin  keineswegs  geeignet  sind  als  Beweis  zu  dienen,  so  können
wir  nur  zwei  Dichter  namhaft  machen,  welche  eifrige  Leser
des  Valerius  gewesen  sind  und  manches  von  ihm  entlehnt  haben,

V,  566  qualibus  adsurgens  nox  aurea  cinyitur  astris  gekannt  hat.  I,  144
wird  hie  ense  furens  durch  Theb.  V,  661,  IX,  303  als  die  echte  Leseart
gegen  den  Codex  des  Carrion,  in  welchem  liac  parte  furens  überliefert  war,
gerechtfertigt;  II,  29  ist  dedit,  wofür  man  rapit,  tulit.  vehit  vorgeschlagen
hat,  durch  Theb.  I,  568  geschützt,  I,  213  wird  legem,  was  Kiessling  (de
Dion.  Hai.  auct.  p.  46)  in  regem  ändern  wollte,  durch  Ach.  I,  64  iura
freli  vertheidigt,  ebenso  I,  356  fovil  gegen  die  Conjectur  von  Ileinsius
luvit  durch  Theb.j  I,  61.  Dagegen  bestätigt  Statius  [durch  seine  Nachahmungen ­
  auch  zwei  Conjecturen  von  Heinsius,  nämlich  II,  151  aliis  für
tales  (vgl.  Theb.  V,  138  ipsa  faces  alias  melioraque  foe.dera  umgarn.  was
schon  Meynke  Quacst.  Val.  p.  32  bemerkt  hat)  und  VI,  168  ictus  für
intus  (vgl.  Theb.  XII,  656  icta  gemit  tellus)-,  auch  funeslaque,  das  ich  in
meiner  Ausgabe  II,  191  statt  festinaque  hergestellt  habe,  jedenfalls  ein
bezeichnenderes  Wort  als  das  von  Friesemann  (Coli.  crit.  p.  81),  Schräder
(Hermes  II,  142)  und  Peerlkamp  (Verg.  Aen.  VI,  602)  vorgeschlagene
infestaque  und  auch  durch  die  Alliteration  empfohlen,  erhält  eine  weitere
Begründung  durch  funesta  Venus  ....  furent.es  Theb.  V,  281.
Um  von  den  Nachahmungen  des  Silius  einige  Beispiele  zu  geben,  verweisen ­
  wir  auf  den  Vergleich  VI,  260  ff.  =  Pun.  VII,  673  ff.,  auf  die
Schilderung  des  Ausbruches  des  Vesuvs  IV,  507  ff.,  besonders  509  (iamque
  eoas  cinis  induit  urbes)  =  Pun.  XVII,  592  ff.,  besonders  595  f.,  auf
die  gleichen  Versanfänge  und  Versausgänge  III,  659  (laelus  opum)  =  Pun.
XIII,  33,  II,  137  (castumque  cubile)  =  Pun.  III,  28,  II,  245  (Latiis  ..  saecula
fastis)  =  Pun.  XVI,  131,  auf  Verstlieilo,  wie  V,  75  (vana  fides)  =  Pun.
XIV,  351,  VI,  146  (venatus  alit)  =  Pun.  VIII,  571,  VIII,  85  (luctantia
lumina)  —  Pun.  VII,  205,  auf  übereinstimmende  Wendungen,  wie  I,
3  (cursus  rumpere)  =  Pun.  VII,  567,  V,  369  {nox  accenditur);  vgl.
III,  411,  wo  Burmann  nicht  unwahrscheinlich  accenderit  statt  ascenderit
vorgeschlagen  hat,  was  auch  noch  durch  puniceas,  das  dann  proleptisch
zu  fassen  wäre,  empfohlen  wird)  =  Pun.  III,  671,  VI,  614  {mutalque
cruores)  =  Pun.  V,  286,  VI,  238  u.  dgl.  m.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.