Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

299

achten  Buches  p.  139)  und  Thilo  (XXXI)  bemerkt  haben;  die
Partikel  adhuc  (140)  war  schon  Burmann  anstössig,  und  in  der
That  ist  dieselbe  nur  dann  denkbar,  wenn  im  Vorhergehenden
erzählt  wird,  wie  Aeetes  mit  seinen  Mannen  in  die  Stadt  zurückkehrte ­
  ,  um  die  geeigneten  Massregeln  zur  Verfolgung  der
Flüchtigen  zu  treffen.  Ph.  Wagner  (Neue  Jahrb.  89,  393)  meint
zwar,  aus  dem  nequiquam  ergebe  sich  von  selbst,  dass  die
Kolcher  mit  Aeetes  wieder  zurückkehren,  ohne  dass  dies,  weil
nicht  nöthig,  besonders  bemerkt  werde.  Aber  aus  nequiquam
kann  man  dies  nicht  entnehmen;  denn  nequiquam  bezeichnet,
wie  aus  dem  folgenden  hervorgeht,  bloss,  dass  die  Verfolgung
der  Kolcher,  ihre  Kampflust  umsonst  gewesen  sei,  weil  sie  das
Meer  von  dem  Schiffe  trennte.  Wagner  muss  dies  selbst  gefühlt ­
  haben,  weil  er  nam  in  iam  oder  cita  verändern  will;  dadurch ­
  aber  würde  auch  nichts  erreicht;  mit  und  ohne  nam
würde  immer  der  Satz  fugit  inmissis  u.'  s.  w.  eine  Begründung
oder  Erklärung  des  Vorausgehenden  geben.  Es  sind  somit
entweder  nach  139  einige  Verse  verloren  gegangen  oder  (und
dies  ist  das  Wahrscheinlichere)  der  Dichter  hat  beim  ersten
Entwürfe  diese  Stelle  nicht  vollständig  ausgeführt.  —  Wenn
Thilo  (XXXI)  aus  der  unnatürlichen  Stellung  von  aut  (v.  168)  und
dem  verkehrten  Gedanken  iremus  et  ambae  in  quascumque  vias
den  Schluss  zieht,  Valerius  würde  dieser  Stelle  bei  einer  Ucberarbeitung
  des  Gedichtes  eine  bessere  Fassung  gegeben  haben,
so  kann  ich  ihm  nicht  beistimmen.  Allerdings  ist  der  Gedanke
der  Idyia  mit  Medea  entfliehen  zu  wollen,  wie  schon  J.  Wagner
erkannte,  unpassend;  aber  man  stösst  bei  Valerius  mehrfach
auf  derlei  outrierte  und  geradezu  geschmacklose  Stellen.  Er
wollte  hier  offenbar  Verg.  Aen.  V,  767  ff.  nachahmen.  Auch
die  Bemerkung  über  die  Stellung  von  aut  wiegt  nicht  schwer;
denn  es  finden  sich,  wie  wir  schon  gesehen  haben,  in  den  Argonautica
  noch  andere  Beispiele  solcher  verrenkter  Wortstellungen. ­
  Pli.  Wagner  (a.  a.  0.  393)  will  diesem  Uebelstande
durch  Emendation  abhelfen  und  aut  vor  commune  einsetzen,
wo  es  leicht  von  dem  vorausgehenden  -am  verschlungen  werden
konnte;  doch  dieser  Vorschlag  ist  nicht  ernst  gemeint,  da  gleich
darauf  für  aut  certe  tune  :  haud  renuo  tune  vermuthet  wird.
Was  soll  denn  aber  hier  das  ganz  überflüssige  tune,  das  noch
dazu  nur  eine  Conjectur  von  Dureau  de  Lamalle  für  das  iiber-Sitzb.
  d.  pliil.-hist.  CI.  LXVIII.  IM.  III.  llft.  20
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.