Studien zu den Argonautica des Valerius Flaccus.
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eine Lücke nach 571 annehmen, wie dies Ph. Wagner (Neue
Jalirb. 89, 399) gegen Thilo nachgewiesen hat. Auch halte
ich die Ueberlieferung in den Versen 571 und 572 für richtig,
selbst ohne dass man die Conjectur im Codex des Carrion
praereptus statt ereptus annimmt; denn Valerius hat auch sonst
durch die Arsis eine Verlängerung einer kurzen Endsylbe eintreten
lassen, so in der dritten Arsis VT, 152 saevüs honor und VI, 305
genitör inquit, wofür in C inquit genitor hergestollt ist, in der
zweiten II, 225 metüs adeo und in der vierten neben unserer Stelle
noch III, 234 sanguis exuberet. Nicht hicher gehört densä spargens
VI, 229, wo densa zwar nicht Ablativ, sondern Accusativ ist, die
Verlängerung aber ihren Grund in der doppelten Consonans
hat, mit welcher das folgende Wort beginnt (vgl. L. Müller de re
metr. p. 320). Möglich nun, dass Valerius einige dieser Stellen,
namentlich unsere und VI, 152 bei einer Ueberarbeitung geändert
hätte; doch selbst daran zu bessern ist bei dem Zustande,
in welchem das Gedicht vorliegt, sicher nicht räthlich. Grammatisch
ist unsere Stelle nicht bedenklich. Es muss hier, wie
zu reddita ein sunt, so est, zu ereptus ergänzt werden; in dem
Satze brevibus ereptus in ’annis! wird das vorausgehende primaevus
emphatisch wiederholt.
Aus VII, 423 (vgl. I, 441) ersehen wir, dass der Dichter
in dem Kampfe mit Perses auch den Argonauten Iphis fallen
liess (wie es scheint nach dem Vorgänge des Dionys von Milet,
nach welchem aber Iphis in dem Kampfe umkam, den die Argonauten
auf der Rückkehr zu bestehen hatten, als Aeetes auf der
Verfolgung die Fliehenden erreichte Schol. Apoll. IV, 223), während
Andere, wie Diodor IV, 48, dies von Iphitus erzählten. Nun
hat sich schon J. Wagner mit Recht darüber verwundert, dass
in diesem Buche vom Tode des Iphis nicht die Rede ist, weshalb
er au den Ausfall einer Anzahl von Versen dachte. Thilo
erwähnt diese Vermuthung (XXVIII), bemerkt aber hiezu:
sed hoc quoque loco de Valerii festinatione cogitare malo. Sollte
denn Valerius wirklich mit solcher Eile gedichtet haben? Und
wie sollte er, da er doch den Tod des Canthus erzählt (VI, 317 ff.),
den des Iphis in der Eile, ohne es zu merken, übergangen
haben? Das Wahrscheinlichste ist, dass Valerius diese Erzählung
bei der ersten Ausarbeitung des Buches noch nicht aus-