Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

293

eine  Lücke  nach  571  annehmen,  wie  dies  Ph.  Wagner  (Neue
Jalirb.  89,  399)  gegen  Thilo  nachgewiesen  hat.  Auch  halte
ich  die  Ueberlieferung  in  den  Versen  571  und  572  für  richtig,
selbst  ohne  dass  man  die  Conjectur  im  Codex  des  Carrion
praereptus  statt  ereptus  annimmt;  denn  Valerius  hat  auch  sonst
durch  die  Arsis  eine  Verlängerung  einer  kurzen  Endsylbe  eintreten
lassen,  so  in  der  dritten  Arsis  VT,  152  saevüs  honor  und  VI,  305
genitör  inquit,  wofür  in  C  inquit  genitor  hergestollt  ist,  in  der
zweiten  II,  225  metüs  adeo  und  in  der  vierten  neben  unserer  Stelle
noch  III,  234  sanguis  exuberet.  Nicht  hicher  gehört  densä  spargens
VI,  229,  wo  densa  zwar  nicht  Ablativ,  sondern  Accusativ  ist,  die
Verlängerung  aber  ihren  Grund  in  der  doppelten  Consonans
hat,  mit  welcher  das  folgende  Wort  beginnt  (vgl.  L.  Müller  de  re
metr.  p.  320).  Möglich  nun,  dass  Valerius  einige  dieser  Stellen,
namentlich  unsere  und  VI,  152  bei  einer  Ueberarbeitung  geändert ­
  hätte;  doch  selbst  daran  zu  bessern  ist  bei  dem  Zustande,
in  welchem  das  Gedicht  vorliegt,  sicher  nicht  räthlich.  Grammatisch ­
  ist  unsere  Stelle  nicht  bedenklich.  Es  muss  hier,  wie
zu  reddita  ein  sunt,  so  est,  zu  ereptus  ergänzt  werden;  in  dem
Satze  brevibus  ereptus  in  ’annis!  wird  das  vorausgehende  primaevus
  emphatisch  wiederholt.
Aus  VII,  423  (vgl.  I,  441)  ersehen  wir,  dass  der  Dichter
in  dem  Kampfe  mit  Perses  auch  den  Argonauten  Iphis  fallen
liess  (wie  es  scheint  nach  dem  Vorgänge  des  Dionys  von  Milet,
nach  welchem  aber  Iphis  in  dem  Kampfe  umkam,  den  die  Argonauten ­
  auf  der  Rückkehr  zu  bestehen  hatten,  als  Aeetes  auf  der
Verfolgung  die  Fliehenden  erreichte  Schol.  Apoll.  IV,  223),  während ­
  Andere,  wie  Diodor  IV,  48,  dies  von  Iphitus  erzählten.  Nun
hat  sich  schon  J.  Wagner  mit  Recht  darüber  verwundert,  dass
in  diesem  Buche  vom  Tode  des  Iphis  nicht  die  Rede  ist,  weshalb ­
  er  au  den  Ausfall  einer  Anzahl  von  Versen  dachte.  Thilo
erwähnt  diese  Vermuthung  (XXVIII),  bemerkt  aber  hiezu:
sed  hoc  quoque  loco  de  Valerii  festinatione  cogitare  malo.  Sollte
denn  Valerius  wirklich  mit  solcher  Eile  gedichtet  haben?  Und
wie  sollte  er,  da  er  doch  den  Tod  des  Canthus  erzählt  (VI,  317  ff.),
den  des  Iphis  in  der  Eile,  ohne  es  zu  merken,  übergangen
haben?  Das  Wahrscheinlichste  ist,  dass  Valerius  diese  Erzählung ­
  bei  der  ersten  Ausarbeitung  des  Buches  noch  nicht  aus-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.