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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Schenk].

schriebene  Reminiseenz  aus  einem  anderen  Gedichte  erklären
will,  so  hat  dies  bei  der  genauen  Uebereinstimmung  der  beiden
Verse  nichts-  für  sich.  Da  v.  565  im  Ausdrucke  der  gewähltere ­
  ist,  so  muss  man  566  als  den  älteren  betrachten.
Versetzungen  von  Versen  finden  sich  zweimal  in  diesem
Buche.  So  steht  v.  407  im  Vat.  nach  426  und  ist  erst  in  der  editio
altera  Bononiensis  an  die  rechte  Stelle  gesetzt  worden.  Dieses
Versehen  fällt  ohne  Zweifel  einem  Abschreiber  zur  Last,  da
v.  407  nach  426  gestellt  den  Zusammenhang  in  zu  auffallender
Weise  stört,  als  dass  dies  unbemerkt  bleiben  konnte.  Anders
verhält  es  sich  mit  den  Versen  584—586,  welche  Meynke  Quaest.
Val.  51  mit  Recht  nach  605  versetzt  hat,  indem  diese  Störung
schon  auf  die  ursprüngliche  Redaction  zurückzugehen  scheint.
Wenn  Thilo  (XLVI)  vor  v.  670  eine  Lücke  annimmt,
so  hat  dies  keine  innere  Wahrscheinlichkeit  für  sich.  Freilich
die  Worte  fas  aliquae  nequeat  sic  femina  sicher  herzustellen,
das  ist  eine  Aufgabe,  welche  einen  Oedipus  verlangt.  Obwol
es  nun  äussgrst  bedenklich  scheint  die  misslungenen  Conjecturen
  der  früheren  Kritiker,  wozu  noch  die  kühne  und  gewaltsame ­
  Aenderung  Pli.  Wagner’s  vectas  fas  agitare  fug  am  ?  sic
diva  .  et,  coeperat  (Neue  Jahrb.  89,  399)  kommt,  vielleicht  um
eine  zu  vermehren,  so  will  ich  doch  eine  Vermutlmng  nicht
unterdrücken.  Ich  schlage  nämlich  vor  zu  lesen:  fessaque  nunc
cedam  sic  femina?  ,Und  ich  soll  jetzt  so  als  kampfesmüdes  Weib
weichen  ?‘  Es  würde  dies  meiner  Meinung  nach  einen  ganz
guten  Sinn  geben  und  läge  wol  auch  dem  Buchstaben  der
Ueberlieferung  nicht  so  ferne.
Wir  kommen  nun  zum  sechsten  Buche,  das  ebenfalls
an  einigen  Stellen  Spuren  der  allmäliehen  Arbeit  des  Dichters
zeigt.  Was  nämlich  zuerst  die  beiden  Verse  31  und  32  tune
et  quaeque  (Bunnann  et  quisque,  Meynke  Q.uaest.  Val.  47  gens
quaeque)  suis  commisit  proelia  telis  voxqne  dei  pariter  pugnas
audita  per  omnes  anbelangt,  so  stören  sie  offenbar  den  Zusammenhang. ­
  Man  beachte  nur,  wie  vortrefflich  sich  v.  30  ac  simül
hinc  Colchos,  hinc  fundit  in  aequova  Pensen  an  die  mit  v.  33
beginnende  Aufzählung  der  Völkerschaften  des  Nordens  anschliesst.
  Diese  Aufzählung  muss,  wie  das  Vorbild  des  Dichters, ­
  das  zweite  Buch  der  Ilias,  zeigt,  jedenfalls  dem  Beginne
des  Kampfes  vorhergehen  und  somit  können  die  beiden  Verse
            
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