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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

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aber  ein  solches  Verfahren  kann  nicht  auf  den  Namen  Kritik
Anspruch  machen.  Man  ersieht  dies  schon  daraus,  dass  uns
gleich  im  Folgenden  nach  v.  331  wieder  eine  Lücke  begegnet;
denn  offenbar  musste  doch  eine  Bitte  Jasons  ihm  die  Esse  des
Vulcan  im  Berge  Mosychlus  zu  zeigen  oder  eine  Aufforderung
der  Hypsipyle  zu  einem  Gange  dahin  vorausgehen,  ehe  der
Dichter  sagen  konnte:  Ventum  erat  ad  rupem  u.  s.  w.  (332).
Also  auch  diese  ganze  Stelle  liegt  uns  nur  im  ersten  Entwürfe,
nicht  in  vollständiger  Ausarbeitung  vor.
Von  Lücken,  welche  auf  Abschreiber  zurückzuführen  sind,
haben  wir  nur  eine  zu  bemerken,  nämlich  v.  375,  nach  welchem, ­
  wie  Thilo  (XLV)  richtig  erkannt  hat,  ein  Vers  oder
vielleicht  auch  mehr  ausgefallen  ist.  Jedenfalls  wird  zu  invidisse
  ein  Object,  etwa  gloriam,  oder  ein  durch  ut  eingeleiteter
Satz,  vgl.  Verg.  Aen.  XI,  269,  und  wahrscheinlich  auch  ein
diesen  Infinitiv  regierendes  Verbum,  z.  B.  gemit,  erfordert;  die
folgenden  Accusative  kann  man  sich  von  einem  Participium,
wie  indignatus,  abhängig  denken,  nur  müsste  noch  vor  desertasque
  domos  ein  Glied,  wie  frustra  relictam  patriam  gestanden
haben.  Wenn  Thilo  noch  zwei  andere  Stellen  in  diesem  Buche
als  lückenhaft  bezeichnet,  so  ist  dies  mehr  als  zweifelhaft.  Die
erste  ist  jene  Schilderung  der  Polyxo  316  ff.  Hier  ist  im  Vat.
und  allen  anderen  Codices  v.  317  non  patriam,  non  certa  genus,
sed  maxima  taete  überliefert,  nur  cod.  Carr.  bietet  für  das  sinnlose
taete  die  Conjectur  caete;  v.  318  liest  man  im  Vat.  Proteaque  amhiguum
  pjiarii  se  .  .  .  ab  antris,  im  Monac.  und  cod.  Carr.  ist  die
Lücke  mit  patris  ausgefüllt.  Thilo  (XLIII  f.)  vermuthet  nun,  dass
v.  317  ursprünglich  gelautet  habe  non  ....  genus  imnania  caete,
worauf  dann  ein  Vers  etwa  derart  folgte  inter  ....  comitata
Cabiro,  den  Vers  319  will  er  aber  also  schreiben  Proteaque  ambiguum
  Phariis  narratur  ab  antris.  Es  lässt  sich  nicht  leugnen,
dass  die  Erwähnung  der  Cabiro  hier  ganz  passend  wäre;  andererseits ­
  aber  vertragen  sich  mit  dieser  Fassung  schwerlich
die  Worte  non  patriam,  non  certa  genus;  denn  wenn  Polyxo
im  Gefolge  des  Proteus  und  der  Cabiro  von  der  Pharischen
Grotte  her  von  Robben  über  das  Meer  getragen  wurde,  so
konnte  doch  wol  ihre  Heimat  kaum  zweifelhaft  sein.  Die
bezeichneten  Worte  wollen  aber  besagen,  dass  man  über  ihre
Heimat,  ihre  Abkunft  nichts  Gewisses  zu  sagen  wusste,  dass
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