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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.  281
bannte  (Diu  Cass.  LXVI.  9).  Darnach  ergibt  sich,  dass  wir
in  den  Versen  779—784  ff.  einen  früheren  Entwurf  zu  sehen
haben,  welchen  der  Dichter,  nachdem  er  ihn  durch  die  Verse
785  ff.  ersetzt  hatte,  beseitigen  wollte.  Da  aber  die  letzte
Ueberarbeitung  nicht  zu  Stande  kam,  so  wurde  derselbe  von
dem  Herausgeber,  weil  er  in  der  Handschrift  stand,  im  Texte
belassen.  —  Aehnlich  verhält  es  sich  mit  der  Stelle  827  ff.
Hier  stehen  sich  nämlich  die  Verse  828  f.  Tartarei  sedet  aida
patris,  non  illa  ruenti  accessura  polo,  victam  si  volvere  molem,
hinter  welchen,  wie  die  Lücke  im  Vat.  zeigt,  ein  Vers  ausgefallen
ist,  und  831  f.  ingenti  iacet  ore  chaos,  quod  pondere  fessam  materiem
  lapsumque  queat  consumere  mundum  so  gegenüber,  dass
man  in  ihnen  deutlich  einen  doppelten  Entwurf  für  eine  und
dieselbe  Stelle  erkennen  muss.  Wäre  es  doch  schwer  begreiflich, ­
  wie  man  die  Verse  831  f.  nach  827  ff.  einordnen  und
zwischen  dem  Gedanken  victam  si.  volvere  molem,  wie  man  ihn
auch  ergänzen  mag,  und  quod  pondere  ....  mundum  einen
befriedigenden  Zusammenhang  herstellen  könnte.  Unter  diesen
Verhältnissen  wird  man  831  f.  als  einen  wahrscheinlich  älteren
Entwurf  zu  betrachten  haben,  welcher  sich  neben  dem  späteren,
mehr  ausgearbeiteten  erhalten  hat.  —  Was  die  Lücke  nach
v.  44,  wo  dies  im  Vat.  durch  ein  rothes  schiefes  Kreuz  am  Rande
angedeutet  ist,  und  nach  829  anbetrifft,  so  gehen  dieselben  ohne
Zweifel  nicht  auf  die  Originalhandschrift  zurück,  sondern  sind
auf  Rechnung  der  Abschreiber  zu  setzen. 0 )  Das  gleiche  gilt
von  den  Versumstellungen  56  =  65,  303  =  309,  815  =  823
(verbessert  im  Monacensis,  dem  Codex  des  Carrion  und  der
Aldina,  der  Juntina),  welche  zu  auffallend  sind,  als  dass  sie
unbemerkt  bleiben  konnten.  Nur  eine  Stelle  erheischt  noch
eine  Besprechung,  nämlich  I,  662  f.,  wo  es  von  Salmoneus
heisst:  nondrnn  ille  furens,  cum  fingeret  alti  quadrifida  trabe  tela
Jovis.  Thilo  fProlegg.  XXIII)  nahm  hier  an  cum  fingeret,  das
ganz  unverbunden  dasteht,  Anstoss,  beruhigte  sich  aber  schliesslich ­
  damit,  dass  Valerius  auch  an  anderen  Stellen  die  Conjunction
  cum  in  Vergleichungen  so  gebraucht  habe,  als  ob  ut
°)  Wie  diese  verfuhren,  kann  man  aus  der  Art  ersehen,  wie  im  Vaticanus
die  Verse  11,213—2G2,  welche  der  Schreiber  irrthümlich  wiederholte,  geschrieben ­
  sind.  In  der  ersten  Abschrift  fehlt  v.  240,  in  der  zweiten  241,
die  erste  hat  v.  244  an  seiner  Stelle,  die  zweite  am  unteren  Rande.
            
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