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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Sclienkl.

Wir  wollen  nun,  wie  dies  Ribbeck  in  seinen  Prolegomena
zu  Vergilius  gethan  hat,  die  einzelnen  Bücher  gesondert  durchgehen ­
  und  alles,  was  zum  Beweise  des  obigen  Satzes  dienen
kann,  zusammenstellen.  Es  sei  nur  noch  bemerkt,  dass  ich
hiebei  den  Vaticanus  3277  als  die  alleinige  Grundlage  betrachte,
indem  meiner  Ansicht  nach  alle  anderen  Codices,  auch  der  des
Carrion,  aus  ihm  abgeleitet  sind.  Darüber  werde  ich  im  Folgenden ­
  ausführlich  sprechen.
Im  ersten  Buche  fällt  der  Vers  410  auf,  welcher  ohne
Verbindung  mit  dem  Vorhergehenden  dasteht.  Ein  Asyndeton
ist  hier  gar  nicht  am  Platze,  weshalb  man  statt  discat  nothwendig
  discatqite  erwartet.  Da  sich  nun  diesem  Uebelstande
durch  Emendation  nicht  abhelfen  lässt  und  der  Ausfall  eines
Verses  nicht  wahrscheinlich  ist,  so  muss  man  annehmen,  dass
der  Dichter,  weil  er  diese  Stelle  weiter  ausführen  wollte,  sich
jenen  Vers  vorläufig  am  Rande  angemerkt  hatte.  —  Die  Verse
779—784  unterbrechen  in  sehr  störender  Weise  den  Zusammenhang. ­
  Wie  sich  nämlich  von  selbst  ergibt,  muss  illuvi  (v.  785)
auf  taurus  (775)  bezogen  werden,  was  aber  bei  der  gegenwärtigen ­
  Gestalt  des  Textes  nicht  möglich  ist;  denn  darnach
müsste  unter  illuvi  Orcus  oder  Charon  verstanden  werden,  was
rein  sinnlos  ist.  Dazu  kommt,  dass  liunc  (779)  ebenfalls  auf
taurus  (775)  zurückgeht,  wornach  es  keinem  Zweifel  unterliegt, ­
  dass  die  Verse  779—784  aus  dieser  Stelle  auszuscheiden
sind.  An  und  für  sich  geben  dieselben  zu  keinem  Bedenken
Anlass.  Denn  retro  (782),  mit  dessen  Erklärung  man  sich  umsonst ­
  abgemüht  hat,  ist  einfach  verderbt  und  dafür  "»01  mit
Braun  (S.  25,  vgl.  Hirschwälder  S.  22)  rite  herzustellen;  minder
wahrscheinlich  ist  die  Vermuthung  Ph.  Wagners  Lato  (Phil.  XX,
630,  Neue  Jahrb.  89,  392);  denn  derjenige,  an  welchen  dieses
carmen  gerichtet  ist,  wird  ja  deutlich  im  folgenden  Verse  bezeichnet. ­
  Was  weiterhin  gentis  nefandae  anbetrifft,  so  liegt
darin  eine  Verdammung  der  Magie  von  Seiten  des  Dichters,
aber  keineswegs,  wie  J.  Wagner  meint,  ein  Schimpf  für  Alcimede,
  welche  in  dem  allgemeinen  Brauche  ihres  Landes  nichts
Sträfliches  erkennen  konnte.  Möglich,  dass  für  diesen  verdammenden ­
  Ausspruch  jenes  Decret  des  Vespasian  massgebend
war,  wodurch  derselbe  gleich  im  Beginne  seiner  Regierung  die
Astrologen  und  wahrscheinlich  auch  die  Magier  aus  Rom  ver-
            
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