Studien zu den Argonautica des Valerius Flaccus.
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in dem letzten Theile sich viele Episoden linden und Valerius
dieselben vielmehr auszuführen liebt als Apollonios, so konnte
der Stoff möglicher Weise sogar auf zwölf Bücher ausgedehnt
werden. Die Zwölfzahl war, seitdem die Aeneis eine solche
Zahl von Büchern umfasste, für die Dichter Borns etwas Geheiligtes;
Statius hat seine Thebais in zwölf Büchern abgefasst, Ä )
die Pharsalia des Lucanus war höchst wahrscheinlich auf zwölf
Bücher berechnet und, wenn Silius Italicus seine Punica in
siebenzehn Büchern schrieb, so ist der Grund nur darin zu
suchen, dass er den reichen Stoff innerhalb der Zwölfzahl nicht
zu bewältigen vermochte.
Es entsteht nun die Frage, ob uns dieser weitere Theil
verloren gegangen ist, indem, wie dies z. B. beim Sangallensis, der
IV, 317 endigte, der Fall gewesen ist, ein Mönch bei der Abschrift
seines Codex an jener Stelle des achten Buches stehen blieb und
uns nach Verlust des Archetypon nur jene Abschrift erhalten
wurde, oder ob wir annehmen sollen, dass der Dichter sein Werk
aus irgend einer Ursache unvollendet Hess. Die erstere Ansicht,
welche N. Heinsius in der Vorrede zu seiner Ausgabe ausgesprochen
hat, würde viel für sich haben, wenn das Gedicht, so
wie es uns vorliegt, deutlich den Stempel der Vollendung trüge.
Wenn sich aber nun in allen Büchern offenbare Spuren des
Gegentheiles zeigen, wenn sich durch eine eingehende Untersuchung
nachweisen lässt, dass das Gedicht eine im Wesentlichen
ähnliche Gestalt hat, wie die Aeneis, also nicht die letzte
Feile von der Hand des Dichters erfahren haben, nicht von
ihm herausgegeben sein kann, so werden wir uns der älteren,
schon von Bäptista Pius (Annot. post. c. 102) und Petrus Crinitus
(de poet. lat. 1. IV, c. 66) ausgesprochenen Ansicht anschliessen,
dass Valerius an der Weiterführung und Vollendung
seines Epos verhindert wurde. Diese Ansicht vertritt auch
Thilo, indem er sich in den Prolegomena (S. XXVI ff.) dahin
ausspricht: ,haud panci versus atque ampliores etiam carminis
partes ita comparatae sunt,, ut quin nltimam limam poeta iis non
adliibuerit nequeat dnbitari 1 ; nur ist seine Erörterung dieses
Punetes eine keineswegs erschöpfende, weshalb wir diese Untersuchung
hier nochmals anstellen müssen.
5 ) Bei Statius ist diese Beziehung auf die Aeneis unverkennbar in den Schlussworten
(XII, 816 nee tu rlimnam Aeneida tempta) ausgesprochen,