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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Studien  zu  den  Argonautica  des  Valerius  Flaccus.

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in  dem  letzten  Theile  sich  viele  Episoden  linden  und  Valerius
dieselben  vielmehr  auszuführen  liebt  als  Apollonios,  so  konnte
der  Stoff  möglicher  Weise  sogar  auf  zwölf  Bücher  ausgedehnt
werden.  Die  Zwölfzahl  war,  seitdem  die  Aeneis  eine  solche
Zahl  von  Büchern  umfasste,  für  die  Dichter  Borns  etwas  Geheiligtes; ­
  Statius  hat  seine  Thebais  in  zwölf  Büchern  abgefasst, Ä )
die  Pharsalia  des  Lucanus  war  höchst  wahrscheinlich  auf  zwölf
Bücher  berechnet  und,  wenn  Silius  Italicus  seine  Punica  in
siebenzehn  Büchern  schrieb,  so  ist  der  Grund  nur  darin  zu
suchen,  dass  er  den  reichen  Stoff  innerhalb  der  Zwölfzahl  nicht
zu  bewältigen  vermochte.
Es  entsteht  nun  die  Frage,  ob  uns  dieser  weitere  Theil
verloren  gegangen  ist,  indem,  wie  dies  z.  B.  beim  Sangallensis,  der
IV,  317  endigte,  der  Fall  gewesen  ist,  ein  Mönch  bei  der  Abschrift
seines  Codex  an  jener  Stelle  des  achten  Buches  stehen  blieb  und
uns  nach  Verlust  des  Archetypon  nur  jene  Abschrift  erhalten
wurde,  oder  ob  wir  annehmen  sollen,  dass  der  Dichter  sein  Werk
aus  irgend  einer  Ursache  unvollendet  Hess.  Die  erstere  Ansicht,
welche  N.  Heinsius  in  der  Vorrede  zu  seiner  Ausgabe  ausgesprochen ­
  hat,  würde  viel  für  sich  haben,  wenn  das  Gedicht,  so
wie  es  uns  vorliegt,  deutlich  den  Stempel  der  Vollendung  trüge.
Wenn  sich  aber  nun  in  allen  Büchern  offenbare  Spuren  des
Gegentheiles  zeigen,  wenn  sich  durch  eine  eingehende  Untersuchung ­
  nachweisen  lässt,  dass  das  Gedicht  eine  im  Wesentlichen ­
  ähnliche  Gestalt  hat,  wie  die  Aeneis,  also  nicht  die  letzte
Feile  von  der  Hand  des  Dichters  erfahren  haben,  nicht  von
ihm  herausgegeben  sein  kann,  so  werden  wir  uns  der  älteren,
schon  von  Bäptista  Pius  (Annot.  post.  c.  102)  und  Petrus  Crinitus
  (de  poet.  lat.  1.  IV,  c.  66)  ausgesprochenen  Ansicht  anschliessen,
  dass  Valerius  an  der  Weiterführung  und  Vollendung
seines  Epos  verhindert  wurde.  Diese  Ansicht  vertritt  auch
Thilo,  indem  er  sich  in  den  Prolegomena  (S.  XXVI  ff.)  dahin
ausspricht:  ,haud  panci  versus  atque  ampliores  etiam  carminis
partes  ita  comparatae  sunt,,  ut  quin  nltimam  limam  poeta  iis  non
adliibuerit  nequeat  dnbitari 1 ;  nur  ist  seine  Erörterung  dieses
Punetes  eine  keineswegs  erschöpfende,  weshalb  wir  diese  Untersuchung ­
  hier  nochmals  anstellen  müssen.
5 )  Bei  Statius  ist  diese  Beziehung  auf  die  Aeneis  unverkennbar  in  den  Schlussworten ­
  (XII,  816  nee  tu  rlimnam  Aeneida  tempta)  ausgesprochen,
            
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