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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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S'cli  enkl.

Ule  tibi  cultusque  dewn  delubraque  centum 3 )
instituet,  cum  iam,  genitor,  lucebis  ab  omni
parte  poli,
in  welchen  Domitian  nicht  bloss  als  der  einstige  Nachfolger  des
Vespasian,  sondern  auch  als  der  treue  und  dankbare  Sohn  gefeiert ­
  wird.  Denn  der  ganze  Zusammenhang  und  die  Anspielungen ­
  auf  die  Aratea  des  Domitian  lassen  keinen  Zweifel
übrig,  dass  unter  Ule  dieser  und  nicht  etwa  Titus  zu  verstehen
ist.  Wir  wissen  nun,  dass  Jerusalem  am  8  September  gänzlich
in  die  Hände  des  Titus  fiel  und  nicht  lange  nachher  Vespasian
von  Alexandria  kommend  in  Rom  seinen  Einzug  hielt.  Domitian, ­
  welcher  sich  durch  seine  Amtsführung  in  Rom  und  seine
Expedition  nach  Gallien  schwer  compromittiort  und  den  Zorn
des  Vespasian  erregt  hatte,  war  schon  früher  aus  dem  öffentlichen ­
  Leben  zurückgetreten.  Um  jeden  Verdacht  zu  zerstreuen,
gab  er  sich  poetischen  und  wissenschaftlichen  Studien  hin  (Tac.
Hist.  IV,  86,  Suet.  Dom.  2)  und  die  Uebersetzung  der  Aratea,
welche  er  als  docti  laboris  primitias  seinem  Vater  widmete,  ist
um  diese  Zeit  begonnen  und  wahrscheinlich  im  folgenden  Jahre
(71)  vollendet  worden.  Es  lässt  sich  denken,  dass  Domitian
damals,  wo  er  in  der  Dichtkunst  dilettierte,  öfters  im  Kreise
Wenn  aber  Quiutilian  die  Aratea  nicht  namentlich  erwähnt,  so  ist  dies  schibegreiflich;
  denn  einmal  waren  sie  doch  eine  blosse  Uebersetzung  und
dann  konnte  er,  wie  er  es  auch  getlian  hat  (X,  1,  55),  dem  Aratos  von
seinem  Standpuncte  aus  keine  grosse  Bedeutung  beilegen.  Er  that  daher
ganz  Recht  den  Domitian  als  epischen  Dichter  zu  preisen,  umsomehr  als
er  mit  diesem  Lobe  auch  den  Preis  des  Pürsten  und  Feldherrn  vereinen
konnte  (vgl.  quis  enim  caneret  beüa  melius  quam  sic  gerit?)  Uobfigens
sind  ja  die  Aratea,  wie  alle  Jugendwerke  des  Domitian,  in  der  Stelle  gefeiert: ­
  ,quid  tarnen  his  ipsis  eius  operibus,  in  quae  donato  imperio  iuvenis
secesserat,  sublimius  doctius  omnibus  denique  numeris  praestantius  ? l
3 )  Ich  habe  v.  lö  mit  Haupt  (Hermes  III,  214)  centum  für  genti  geschrieben;
dagegen  kann  ich  ihm,  wenn  er  nach  dem  Vorgänge  von  Heinsius,  der
am  Rande,  seines  Handexemplaros  ab  alta  arce  poli  bemerkt  hatte,  ab
omni  parte  poli  in  ab  alti  arce  poli  verändern  will,  nicht  beistimmen.
Haupt  meint,  die  Ueberlieferung  sei  unverständlich;  ,nam  dicere  potuil
Valerius  Vespasianum  post  mortem  lucidum  sidus  esse  futurum,  sed  uni
omnia  sidera  ne  ineptissima  quidem  adulalione  tribuere  potuit 1 .  Das  hat
wol  auch  der  Dichter  nicht  gemeint;  er  wollte  nur  in  seinem  Hoftone
sagen,  dass  Vespasian  dereinst  ein  ähnliches  Gestirn  sein  werde,  wie  der
grosse  oder  kleine  Bär,  welche  für  die  Schiffer  der  nördlichen  Hemisphäre,
wo  sie  sich  auch  befinden  mögen,  von  jeder  Seite  her  sichtbar  sind.
            
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