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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

222

Mayr.

Ein  Sohn  möge  dir  zn  Theil  werden  o  Weih,  der  dir  zum
Heile  sei,  auf  dass  du  ihm  zum  Heil  sein  mögest.  Yergl.  Whitney
410  und  406.
Im  ersten  Falle  ist  der  Imperativ  als  Voraussetzung  zu
fassen,  im  zweiten  Falle  (der  übrigens  auch  so  verstanden
werden  könnte)  ist  der  Zweck,  das  Ziel,  das  durch  die  Qualität ­
  des  Sohnes  erreicht  werden  soll,  durch  eine  imperative
Form  gegeben,  während  dieses  in  der  Regel  durch  Formen  des
Infinitums  geschieht.
Ferner  behält  das  Verbum  den  Ton,  wenn  zwei  Thätigkeiten
  in  gegenseitiger  Beziehung  aufeinander  aufgefasst  werden,
es  sei  denn,  dass  der  Gegensatz  hervorgehoben,  oder  das  unmittelbare ­
  Vorangehen  einer  Handlung  oder  Thätigkeit  vor  einer
andern  ausgedrtickt  werden  soll;  die  Fälle  sind  unter  C  angeführt. ­

Eine  äussere  Ausnahme,  die  nicht  durch  den  Sinn  motivirt
  ist,  sondern  auf  die  Stellung  des  Verbums  im  Satze  basirt,
ist  die,  dass  Verben  am  Anfang  directer  Sätze  oder  auch  Satztheile
  betont  erscheinen,  in  welchen  sie  nach  dem  Gesetz  der
logischen  Unterordnung  unter  das  Handelnde,  in  der  Regel  unbetont ­
  sind.  Klar  bewiesen  wird  dieser  Fall  als  Ausnahme  eben
dadurch,  dass  wenn  auch  nur  eine  Präposition  vorangeht,  das
Verbum  den  Ton  verliert,  während  in  Fällen,  wo  das  Verbum
hervorgehoben  werden  soll,  die  Präposition  immer  unbetont  erscheint. ­
  S.  B.  und  C.  Lediglich  die  Nothwendigkcit  mit  einem
betonten  Worte  den  Satz  zu  beginnen,  gibt  also  hier  dem  Verbum ­
  den  Ton.  Hiemit  sind  wir  zur  Auffassung  der  indischen
Grammatiker  zurückgekehrt,  welche  die  Tonlosigkeit  im  Hauptsatz ­
  als  Regel  aufstellt.
Die  Välakhilyäs  sind  nicht  in  den  Bereich  der  folgenden
Erörterung  gezogen.  Man  kann  wohl  Schlüsse  ziehen,  ob  deren
Betonung  richtig  durchgeführt,  doch  zur  Feststellung  der  Grundsätze ­
  können  sie  nicht  dienen.  Vergl.  Välakh.  10.1,  10.3,  11.6  etc.
„A“  Das  Verbum  finitum  verliert,  wenn  es  nicht  am  Anfang
eines  in  sich  abgeschlossenen  Satzes  steht,  seinen  Accent.  Böhtlingk
  §.  59.
Die  Präposition,  welche  dem  Verbum  mittelbar  oder  unmittelbar ­
  vorangeht,  behält  ihren  Ton.  Böhtlingk  §.  59.  Whitney ­
  388.
            
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