Full text: Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

220 Mayr. 
dination is treated as if it were a Subordination; tlie first of 
tlie coordinate clauses is looked upon as a protasis, to which 
the other constitutes an apodosis, and the verb of the former 
is allowed to remain ortbotone. 
Eine dritte hieher bezügliche Arbeit ist die von Kielhorn 
in den Indischen Studien X. veröffentlichte Bhäshika Sütra 
Vrtti. In dem Sütra wird die Accentuirung' des Verbums im Qata- 
patha Brähmana in 29 §§. behandelt — der andere Theil der 
kleinen Schrift bezieht sich, wie Weber gezeigt hat, nur auf die 
Bezeichnung der Tonsilbe im brähmana gegenüber der in 
den Samhitatexen üblichen. 
Vorliegender Versuch bestrebt sich auf Grundlage des im 
Rg-Veda vorhandenen Materials Whitney’s Zusammenstellung zu 
ergänzen und seine Auffassung zu erhärten. Mich an ihn an 
schliessend fasse ich die Betonung des Verbums von ihrer syn 
taktischen Seite auf. 
Durchgreifend ist die Regel, dass im directen Satz das 
Verbum den Ton verliert; das Gewicht wird auf das handelnde 
Subject gelegt; die durch das Verbum ausgedrückte Thätigkeit 
ist nur eine nähere Determinirung desselben und diese enge 
Beziehung des prädicativen Satztheils erhält in dessen Ton- 
losigkeit, d. i. in der Aussprache mit gesenkter Stimme ihren 
Ausdruck. Wird dagegen durch das Verbum nicht die Tliätig- 
keit einfach als solche hingestellt, sondern soll durch das Ver 
bum ii’gend eines Satzes (der in der Syntax als Relativsatz be 
zeichnet wird) auch die Voraussetzung der Thätigkeit des logi 
schen Subjects ausgedrückt werden, oder wird die Handlung 
selbst in Frage gestellt, wird der Grund oder Zweck des Han 
delns angegeben, oder ist das Substantivum, auf welches das 
Verbum sich bezieht, eigentlich logisches Object, dem sich nur 
Epitheten anschliessen können, so bleibt das Verbum betont. 
Für den letzten Fall ein Beispiel: 
Rg-Veda 7. 1. 15. sed agnir yd vanushyato ni päti 
sameddhäram änhasa urushyät 
sujähtäsah päri caranti viräh 
wo agnih das Object des Satzes ist, das nicht handelnd hervor 
tritt, sondern durch die Verbalformen des Nebensatzes näher 
cpialificirt wird und eben dahier eine einfache Anreihung vor 
liegt, während im Hauptsatz Subject und Prädicat als Handeln-
	        
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