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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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H  a'u  p  t.

2799  aus  dem  XV.  Jahrhundert  bezeichnet)  sagt,  dass  an  vielen
Stellen  alle  Verwandtschaft  mit  dem  Originaltext  zerstört  sei,
so  ist  dies  durchaus  falsch;  vollends  wenn  er  kaum  mehr  das
Eigenthum  des  Verfassers  darin  sehen  will,  so  ist  das  eine
noch  grössere  Uebertreibung,  die  mitgetheilten  Stellen  führen
vollkommen  den  Gegenbeweis.  Was  Rückert  von  Einschüben
und  Zusätzen  spricht,  ist  durchaus  unrichtig,  gerade  diese  Recension
  sucht  nicht  den  Text  zu  mehren,  sondern  die  oft  sehr
verschwommenen  Worte  Philipps  zu  concentriren.  Schon  arithmetisch ­
  lässt  sich  zeigen,  dass  wir  es  mit  keinem  angeschwellten
Texte  zu  thun  haben.  Mit  der  Schlussrede  zählt  Philipps
Werk  in  Rückerts  Ausgabe  10,133  Verse.  Multiplicirt  man
nun  70  Blätter  mit  4  Spalten,  so  muss  von  280  eine  Spalte
70 a  abgezogen  werden;  diese  Zahl  der  Spalten  279  mit  der  Zahl
der  Zeilen  36  multiplicirt  gibt  10,044  Zeilen,  also  weniger  als
Rückert  hat,  und  davon  müssen  zum  mindesten  noch  300
Zeilen  als  Ueberschriften  der  Abschnitte  weggerechnet  werden.
Ich  habe  schon  oben  gesagt,  dass  auf  71“—72°  von  einem
Cistercienser  aus  dem  Stifte  P  o  m  u  k  oder  Nepomuk  ein  Gedicht ­
  an  die  Jungfrau  Maria  eingetragen  ist.  Ich  will  es  hersetzen ­
  zum  Schlüsse  dieses  Abschnittes  und  bemerke  nur,  dass
die  Verse  hinter  einander  wie  Prosa  nur  durch  Punkte  geschieden ­
  über  die  ganzen  Quartseiten  hingeschrieben  sind,  ohne
alle  Interpunction,  mit  einigen  Abkürzungen,  die  ich  bis  auf
wenige  aufgelöst  habe,  die  Orthographie  selber  sowie  alles  andere
ist  streng  beibehalten.  Die  Punkte  bezeichnen  unlesbares.  Beiden
Blättern  fehlen  oben  mindestens  je  eine  Zeile,  die  weggeschnitten
sind.  Denn  das  Gedicht  wurde  eingeschrieben,  noch  ehe  die
Hs.  gebunden  war,  wesshalb  nicht  einmal  auf  den  Falz  vom
Schreibei'  Rücksicht  genommen  wurde.
(M)aria  vil  reyne  meit,  dein  hoh  lop  dein  wird  preit
nie  zvnge  moht  volpreizen;  enpfach  von  mir  vnweizen
ein  lobelin  nicht  ein  lob;  daz  ich  vor  vnwizt  so  tob
vnd  getar  sprechen  von  dir  daz  vergib  du,  vrouwe,  mir!
10  daz  ich  in  grozeu  sunden  dein  lop  getar  geehünden,
daz  tun  ich  vf  genad  dein,  du  rehter  barmunge  srein!
Daz  Eua  den  apfel  az  geshach  von  dez  teuvelz  haz,
da  von  wir  geuielen  all  leider  in  des  todes  vall,
piz  di  volle  ceit  bequam  daz  got  mit  einem  weibz  nam
            
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