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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

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Haupt.

Aus  diesen  Worten  geht  hervor,  dass  die  Hs.  in  Steiermark ­
  oder  in  den  angrenzenden  Ländern  geschrieben  wurde,  denn
die  Hand,  welche  hier  an  den  Perchtold  Ratgebe  zu  Radstadt
schreiben  will,  hat  auch  jene  acht  lateinischen  Verse  auf  34 b
geschrieben.  Unter  Ratstadt  kann  keine  andere  als  die  einst
hochbedeutende  Radstat  in  den  salzburgischen  Tauern  gemeint ­
  sein.
Da  diese  Hs.  wie  wir  sehen  werden,  Philipps  Leben  der
Jungfrau  vom  V.  6070  an  enthält,  so  entsteht  begreiflich  die
Frage  ob  sie  vollständig  ist.  So  weit  sich  aus  ihrem  gegenwärtigen ­
  Zustand  urtheilen  lässt,  allerdings.  Nicht  nur  dass
auf  l a  an  der  Spitze  ein  rother  Vers  steht,  mit  dem  fromme
Schreiber  gewöhnlich  ihre  Abschriften  einzuleiten  pflogen,  es
sind  auch  die  Lagen  gezählt,  nur  nicht  wie  sonst  auf  dein
letzten  Blatte  einer  jeden  am  unteren  Rande,  sondern  auf  dem
oberen  des  ersten  Blattes  einer  jeden.  Die  Lagen  selbst  zählen
nicht  gleich  viele  Blätter:  I.  10,  II.  16,  III.  8,  IV.  16,  V.  16,
VI.  18,  (VII.)  14,  (VIII.)  10.  Die  beiden  letzten  Lagen  sind
nicht  mehr  gezählt.
In  der  folgenden  Uebersicht  gebe  ich  die  ersten  vier  und
die  beiden  letzten  Verse  eines  jeden  Evangeliums  sammt  den
Ueberschriften  genau  wie  in  der  Hs.  gelesen  wird.  Ich  habe
es  nicht  unterlassen  an  einzelnen  Stellen  den  verwilderten  Text
in  den  Noten  zurecht  zu  rücken.  Weitere  Proben  von  der  Art
und  Weise  wie  die  Hs.  geschrieben  ist,  finden  sich  in  den
mitgetheilten  Einschüben,  mit  denen  das  Werk  Philipps  verziert ­
  wurde. 1

im  Stande  naehzuweisen,  aber  ein  Otto  der  Ratgebe  rihter  zu  Pazzauve
erscheint  in  dem  Verkaufsbrief  Ottos  von  Ror  an  den  Bischof  1290,  21.
April  als  Zeuge  Moin.  Boic.  XXIX,  11.  572.  Urkundenbuch  des  Landes
ob  der  Ens  .  .  Bd.  4.  CXXXIII.  Diese  Ratgeben  als  Richter  bischöflicher ­
  Städte  müssen  weiter  verbreitet  gewesen  sein.  Uebrigens  stand
Admont,  wo  unsere  Hs.  seit  Jahrhunderten  aufbewahrt  unter  den
Erzbischöfen  von  Salzburg.
1  Wenn  ich  die  Evangelien  in  den  folgenden  Auszügen  nicht  bestimmt
habe,  so  hat  das  seinen  guten  Grund:  die  angegebenen  Evangelisten  und
die  Evangelien  stimmen  nicht  recht  zusammen.  Ferner  lässt  sich  nicht
einmal  die  Diöcese  bestimmen,  da  ein  zweites  Exemplar  dieser  Recension,
die  wir  unten  kennen  lernen  werden,  abweicht  in  den  Angaben,  auf
welche  Tage  dies  oder  jenes  Evangelium  ti'ifft.  Endlich  besitzt  die  k.  k.

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