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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 68. Band, (Jahrgang 1871)

Decretaleu  Gregors  IX.,  Innocenz  IV.,  Gregors  X.

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uncl  das  Anfangswort  sind  beibehalten.  Der  Inhalt  wird  bald
kürzer  bald  länger  gegeben,  ist  vielfach  zutreffend,  oft  aber
auch  in  gewisser  Beziehung  willkürlich.  Als  Beispiel  diene  die
Publicationsbulle.
,Grregörius  epc.  s.  s.  d.  dil.  fil.  doct.  etc.  In  hoc  prologo
  assignat  dominus  papa  quatuor  causas,  ratione  quarum
ductus  fuit  ad  removendum  veteres  decretales.  Prima  est  nimia
similitudo;  secunda  contrarietas;  tertia  quia  veteres  nimis  erant
prolixae  et  confusionem  inducebant.  Quarta,  quia  quaedam  erant
vagantes  extra  quinque 1  Volumina  et  erant  quasi  incertae. 1
Die  Excerpte  erstrecken  sich  vielfach  nur  auf  die  Aufstellung ­
  eines  Rechtssatzes,  mag  derselbe  in  der  Stelle  selbst
ausgesprochen  oder  aus  ihr  abstrahirt  sein.  Einzeln  wird  der
Sinn  auch  der  Art  wiedergegeben,  dass  über  die  Worte  hinausgegangen ­
  wird.  Einige  Beispiele  genügen.
C.  8.  x.  de  constit.  I.  2.  ,Cum  accessissent  et  infra.  Constitutio
  non  tenet,  nisi  per  apostolicam  sedem  fuerit  roborata
sive  confirmata/ 2
C.  11  x.  de  roser.  I.  2.  ,Ad  audientiam  et  j.  Si  aliquis
impetraverit  litteras,  in  quibus  falsa  latinitas  inseratur,  eis  fides
non  est  adhibendad 3
Von  der  verkehrten  Ordnung  bietet  ein  Beispiel  Tit  x.  III.
26,  wo  die  Capitel  also  folgen:  1.  2.  7—11.  3.  4.  6.  12.  5.
13.  ff.
Einen  grossen  Werth  kann  man  dem  Werke  nicht  bei-  -
legen.  Seine  Bedeutung  liegt  darin,  dass  es  erstens  einen
Beitrag  liefert  zu  einer  besonderen  Art  der  Behandlung  der
Decretalen,  zweitens  einen  neuen  Beleg  bildet*  zu  der
früh  eintretenden  Neigung,  das  unmittelbare  Quellenstudium
durch  diese  Art  von  Compendien  zu  ersetzen,  und  dadurch  die
Kenntniss  der  Quellen  bez.  des  Rechts  allgemein  zugänglicher
zu  machen.

1  Dieses  beweist  des  Verfassers  Kenntniss  der  Compilationes  antiquae,  denn
Gregor  nennt  nicht  ,quinque 4 ,  sondern  blos  ,Volumina 4 .
2  Das  entspricht  durchaus  nicht  dem  Inhalte.
3  So  interpretiert  auch  Johannes  Andreae  die  Stelle,  dem  das  Summarium
der  Editionen  sie  entnommen.
4  Ein  andrer  liegt  in  den  Casus  summarii.
            
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