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Schulte.
XXXII. Sehen wir auf clie Arbeit selbst, so darf sie für
eine im Vergleiche zu den meisten jener Zeit bedeutende erklärt
werden. Sie enthält eine weitaus grössere Rücksichtnahme auf
das römische Recht in seinem ganzen Quellenumfange, als die
Glossa ordinaria und ziemlich die meisten Schriftsteller; daneben
kommt auch das Lehenrecht in Betracht, aus dem einige Stellen
(z. B. de regalibus) mitgetheilt werden. Ich möchte glauben,
Johannes habe das römische Recht ebenfalls docirt, mindestens
war er darin sehr zu Hause.
Merkwürdig ist, dass wir nirgends von dem Werke eine
Erwähnung finden. Wenn Glarsias und Durantis in ihren
Commentaren es nicht berücksichtigen, so erklärt sich dieses
leicht, weil wohl beide, jedenfalls aber der von Durantis gleichzeitig
sein dürfte. Auffallend bleibt es hingegen von Johannes
Andrea und Johannes Monachus. Obwohl nicht wahr zu
sein scheint, was behauptet wird, 1 dass Johannes Andrea
dieses Johannes Werk de sponsalibus et matrimonio sich zugeschrieben
habe, so lässt sich doch dessen Schweigen nicht leicht
erklären. 2 Jedenfalls hat man schon früh seine Werke nicht
mehr besessen resp. gekannt. Panzirolus L. III. cap. XVIII.
sagt: ,cujus scripta temporum injuria periere. Eruditus tarnen
de ProtestationiEus ejus über et alius de Sponsalibus, ac
Matrimoniis extat, quem Joannes Andreae sibi impudenter
adscribere non erubuitJ Uebrigens wäre er nicht der Einzige,
dessen Schriften man bald nachher nicht mehr gekannt
hätte, wie sich bei Boatinus von Mantua gezeigt hat.
1 Albericus de Rosate dictionarium ad utriusque juris facilitatem eet.
Lugd. 1548 fol. sub voce matrimonium j. (primo) est viri et mulieris
coniunctio: ,Et in quadam summula Jo. an., quam fecit super
matrimoniis: et quae originaliter fuit do. Joa. de angosolis, qui eam
eomposuit; licet ipse Jo. an. eam sibi ascripserit. 1 Aber in Cod. t.it. de
spons. rubr. sagt er: ,De hoc breviter et utiliter traditur per Jo. An.
in summa sua, quam eomposuit super IV. lib. Decr., quae incipit: Christi
■nomen invocans, et in quadam ctiarn summa antiqua, quae dicitur
composita fuisse per dom. Jo. d. Anguselis.“ Panzirolus L. III. c.
XVIII. hat wohl die erste Notiz aufgenommen, die zweite aber scheint er
nicht zu kennen. Albericus lebte zu Bergamo und starb 1354, hatte
in Padua studiert. Vgl. v. Savigny v. S. 126 ff.
2 Denn Johannes Andrea hat ja selbst in Padua docirt und zeigt sonst
eine so grosse Kenntniss der Literatur.
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