Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
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ernst es dem zweiten sächsischen Kaiser war, eine arabische
Herrschaft in Italien nicht zu dulden. Allein nie konnte man
sich in Byzanz an den Gedanken gewöhnen, dass der Besitz
des einen Theiles von Italien durch die Deutschen und die
Erlangung der italienischen Königs- wie der römischen Kaiserkrone
nicht eine Usurpation sei? Zum Unglücke beider Reiche
und der ganzen Christenheit kam dann noch der Kirchenstreit
zwischen dem Abend- und Morgenland'e dazu. In seiner ersten
Auflage unter Pliotios kaum beseitigt, brach er um die Mitte
des XI. Jahrhunderts durch den Patriarchen Michael Caerularius
auf’s Neue aus und hinterliess eine kirchliche Verstimmung,
die der Vorbote des Schisma’s war und durch nichts mehr gestillt
werden konnte, selbst nicht durch den tugendhaftesten
Papst des XI. Jahrhunderts, den deutschen Leo IX. Es war
als wenn jetzt erst alle trennenden Elemente dem byzantinischen
Volke zum - Bewusstsein kämen, alle nationalen, politischen,
sprachlichen und kirchlichen Gegensätze, um jene dauernde
Antipathie zwischen Ost und West zu erzeugen, die eine der
schlimmsten Thatsachen der christlichen Aera ist.
Man verzieh es den Päpsten nicht, dass sie sich der Willkür
der Ikonoklasten nicht gefügt, und selbst dann nicht, als
man in Constantinopel bereits mit dem Ikonoklasmos gebrochen
hatte. Das byzantinische Reich sperrte sich als solches gegen
den päpstlichen Kirchensprengel ab und zwar nicht blos in
Illyricum, sondern auch im byzantinischen Italien. Und ebenso
erkannte man die neue politische Ordnung des deutschen
Kaiserreiches nicht an. Man verschloss sich vor den grössten
Thatsachen des IX. und X. Jahrhunderts und gefiel sich darin,
allen mit dieser neuen Ordnung der Dinge Unzufriedenen einen
Schutz zu verleihen, welcher doch nicht ausgiebig war, sondern *
nur den bösen Willen verrieth, wie sich dieses bei der vorübergehenden
Erhebung des Griechen Johannes an der Stelle
Papst Gregors V., des ersten deutschen Papstes, 997 hinlänglich
zeigte.
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