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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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H  5  fl  er.

Das  byzantinische  Reich  hatte  durch  die  Araber  unter
den  Orientalen  die  Möglichkeit  eingebüsst,  sich  eine  politische
Stellung  zu  geben.  Es  musste  in  Folge  der  Politik  der  Isaurer
auch  im  Occidente  diejenige,  welche  sich  unterdessen  andere
Staaten  geschaffen  hatten,  annehmen  und  nur  auf  diese  Grundlage ­
  hin  war  von  einer  Wiedererneuung  des  Reiches  die  Rede.
Noch  hätte  sich  die  Sache  leichter  gestaltet,  wenn  die  Byzantiner ­
  es  mit  Völkern  zu  thun  gehabt  hätten,  die  selbst  ein
staatliches  Bedürfniss  in  sich  fühlten,  ihnen  zur  Stütze  wie  zum
Correctiv  dienen  konnten.  Das  war  aber  nun  gerade  nicht  der
Fall.  Im  Gegentheile  ballten  sich  die  eingewanderten  Slaven
wie  der  Schnee,  bald  an  Bulgaren  sich  anschliessend,  bald  an
Byzantiner,  ja  noch  lieber  an  erstere  als  an  letztere.  Ihr
Streben  schien  zu  sein,  diese  national  zu  erdrücken,  sie  durch
ihre  Masse  zu  slavisiren,  statt  einen  slavischen  Staat  aufzurichten ­
  und  so  sich  dann  als  Macht  mit  den  Byzantinern  auseinanderzusetzen. ­
  Die  Bulgaren  aber  Hessen  sich  diesen  durchgängigen ­
  Mangel  an  staatlicher  Anlage  bei  den  Slaven  wohl
gefallen.  Sie  beuteten  ihn  in  ihrer  Weise  aus,  suchten  die
Slavenstämme  sich  zu  unterwerfen,  damit  es  nicht  die  Byzantiner ­
  thäten.  Anstatt  eine  dritte  Macht  zu  bilden  und  sich
zwischen  Beide  zu  stellen,  finden  bei  den  Südslaven  nicht  einmal ­
  Versuche  statt,  bis  sich  zu  den  Bulgaren  auch  noch  die
türkischen  Magyaren  gesellen.  Da  endlich  richten  Kroaten  und
Serben  ihre  Blicke  nach  Rom  und  suchen  von  da  Kronen  für
ihre  Herrscher  zu  erlangen,  ohne  aber  die  feste  Consequenz
hinzuzufügen,  bei  dem  einmal  Begehrten  auch  zu  verweilen.
Dieser  Mangel  an  politischer  Haltung  trug  dann  freilich  nicht
wenig  bei,  das  Fluctuirende,  Gestaltlose  auf  der  Balkanhalbinsel
zu  verlängern.  So  reihte  sich  seit  dem  Aufkommen  des  Ikonoklasmos
  ein  politischer  Fehler  an  den  andern  an.  Man  erhielt ­
  sich  gegen  die  Araber;  alles  andere  änderte  sich  von
Grund  aus.
So  gerne  die  Byzantiner  bereit  sind,  den  Grund  des  Verfalles ­
  ihrer  Macht  auswärts  zu  sirclien  und  sich  der  Selbsttäuschung ­
  hinzugeben,  nicht  sie,  sondern  die  Schlechtigkeit
Anderer  sei  Ursache  ihres  Unglücks,  diesmal  müssen  sie  denn
doch  der  Wahrheit  Zeugniss  geben.  ,Als  die  häutigen  Aufstände
erfolgten  und  die  Tyrannei  herrschte,  meinte  Nikephoros  von
            
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