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Das byzantinische Reich hatte durch die Araber unter
den Orientalen die Möglichkeit eingebüsst, sich eine politische
Stellung zu geben. Es musste in Folge der Politik der Isaurer
auch im Occidente diejenige, welche sich unterdessen andere
Staaten geschaffen hatten, annehmen und nur auf diese Grundlage
hin war von einer Wiedererneuung des Reiches die Rede.
Noch hätte sich die Sache leichter gestaltet, wenn die Byzantiner
es mit Völkern zu thun gehabt hätten, die selbst ein
staatliches Bedürfniss in sich fühlten, ihnen zur Stütze wie zum
Correctiv dienen konnten. Das war aber nun gerade nicht der
Fall. Im Gegentheile ballten sich die eingewanderten Slaven
wie der Schnee, bald an Bulgaren sich anschliessend, bald an
Byzantiner, ja noch lieber an erstere als an letztere. Ihr
Streben schien zu sein, diese national zu erdrücken, sie durch
ihre Masse zu slavisiren, statt einen slavischen Staat aufzurichten
und so sich dann als Macht mit den Byzantinern auseinanderzusetzen.
Die Bulgaren aber Hessen sich diesen durchgängigen
Mangel an staatlicher Anlage bei den Slaven wohl
gefallen. Sie beuteten ihn in ihrer Weise aus, suchten die
Slavenstämme sich zu unterwerfen, damit es nicht die Byzantiner
thäten. Anstatt eine dritte Macht zu bilden und sich
zwischen Beide zu stellen, finden bei den Südslaven nicht einmal
Versuche statt, bis sich zu den Bulgaren auch noch die
türkischen Magyaren gesellen. Da endlich richten Kroaten und
Serben ihre Blicke nach Rom und suchen von da Kronen für
ihre Herrscher zu erlangen, ohne aber die feste Consequenz
hinzuzufügen, bei dem einmal Begehrten auch zu verweilen.
Dieser Mangel an politischer Haltung trug dann freilich nicht
wenig bei, das Fluctuirende, Gestaltlose auf der Balkanhalbinsel
zu verlängern. So reihte sich seit dem Aufkommen des Ikonoklasmos
ein politischer Fehler an den andern an. Man erhielt
sich gegen die Araber; alles andere änderte sich von
Grund aus.
So gerne die Byzantiner bereit sind, den Grund des Verfalles
ihrer Macht auswärts zu sirclien und sich der Selbsttäuschung
hinzugeben, nicht sie, sondern die Schlechtigkeit
Anderer sei Ursache ihres Unglücks, diesmal müssen sie denn
doch der Wahrheit Zeugniss geben. ,Als die häutigen Aufstände
erfolgten und die Tyrannei herrschte, meinte Nikephoros von