Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
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zweitci-. Man hat das Verfahren P. Adrians II., sich von Karl
d. G. inittelitalische Städte schenken zu lassen, bitter getadelt
und in diesem Andrängen des Papstes eine starke Unziemlichkeit
erblickt. 1 Man beachtete aber nicht, um was es sich handelte.
Um nichts Geringeres, als um eine Concentration
oder Reorganisation der eigentlich römischen Bestandteile
der Bevölkerung Mittelitaliens, welche sich
A r or den Langobarden in die Städte geflüchtet hatten. Die somit
erfolgte Begründung weniger des Kirchenstaates als des respublica
Rom an a vereinigte den römischen Stamm unter
seinem natürlichen Haupte und war somit vom nationalen Standpunkte
aus ein Ereigniss von ganz eminenter Wichtigkeit.
Jetzt gab es wieder Römer, ein römisches Volk, und dieses
römische Volk war es, welches sodann, unter den Auspicien
P. Leos III., den Frankenkönig Karl zum römischen Kaiser
ausrief, 800, nachdem ihn schon Adrian als den neuen Kaiser
Constantin gepriesen hatte. Der Papst, selbst ein Römer, hatte
nur gehandelt, wie die Römer fühlten. Der Riss mit Constantinopel
war erfolgt. Rom, die alte Hauptstadt des Erdkreises,
nahm ihre alten Rechte wieder auf und der bisherige Kaiser
Constantinopels sank zum griechischen Kaiser herab. Der Bund
des römischen Volkes, das die Franken zu organisiren, es
geradezu wiederherzustellen geholfen, mit dem römischen
Stuhle, der anerkanntesten Kirche der Welt, hatte diesen
colossalcn Riss in die damalige christliche Welt gemacht, der
Unverstand der Ikonöklasten ihn herbeigeführt. Mochte jetzt
auch geschehen was immer, die Sache war nicht mehr gut zu
machen. Die Befreiung der Römer aus der Herrschaft der
Langobarden wie der Griechen war gleichzeitig erfolgt, der
König der Franken ein Kaiser der Römer geworden.
Nicht dadurch konnte mehr geholfen werden, dass den
Bilder verbietenden Synoden von 726 und 754 eine andere entgegengestellt
und die Verehrung der Bilder 787 erlaubt wurde.
Der Gegensatz der Anschauung der Orientalen gegen die occidentalische
Kirche wurde dadurch nicht aufgehoben, die Wirkung
des Streites nicht beseitigt, die unheilvollen Folgen nicht
1 Döllinger, Papstfabeln, die Schenkung Constantins und das Kaiserthum
Karls d. G.